â??Nun fängt das schöne Frühjahr an â?¦â??

Wandergruppe des TVU startet nach monatelanger Coronapause in die neue Saison

Uelzen – „Das passt zum meterologischen Frühlingsanfang“ ruft Klaus Riegert seinen 34 Mitwanderern zu und fordert sie auf, die Seite 86 im Liederbuch aufzuschlagen: „Jetzt fängt das schöne Frühjahr an und alles fängt zu blühen an auf grüner Heid‘ und überall“ schallt es durch den lichten Wald des Westerholzes bei Ebstorf. Es ist Mittwoch, und nach monatelanger coronabedingter Zwangspause sind die Mitglieder der Wandersparte im Turnverein Uelzen (TVU) dem Aufruf ihres Spartenleiters Günter Göhsing zum diesjährigen „Anwandern“ gefolgt.
Vom Ortsausgang Melzingen aus wandert die Gruppe bei schönstem Frühlingswetter in Richtung Wittenwater, vernimmt unterwegs Geschichtliches – war doch der Fichtenhain, den sie am Rande passieren, vor Jahren Schauplatz umfangreicher archäologischer Grabungen. Die Erwähnung „Schwarzer Berg bei Wittenwater“ lässt bei Historikern die Augen leuchten – Funde aus Jungstein-, Bronze- und Eisenzeit sowie Belege der Trichterbecher-Kultur lassen auf eine weit zurückreichende Besiedlung dieses Landstriches schließen. Auch Reste von Großsteingräbern wurden hier gefunden. Die Fundstücke wurden untersucht, archiviert und sind in Museen zu finden. Auf dem einstigen Gräberfeld ist im wahrsten Sinne des Wortes Gras darüber gewachsen.
In Wittenwater säumen blaue und gelbe Krokusse den Weg durch den Ort, dann geht es auf der Alten Salzstraße nach Altenebstorf. Rechts Lagerhallen, links die Eisenbahn – dieser Abschnitt der Wanderung hat wenig Erfreuliches. Jenseits der Schienen liegt der Bahnhof Ebstorf im Sonnenlicht, heute ein historisches Denkmal, ein „Kultureller Landbahnhof“, in dem Col. Reb Custer an die sog. „Amerika-Linie“ mit ihren unzähligen Auswanderer-Zügen von Berlin nach Bremen und Bremerhaven erinnert.
Doch nicht der Bahnhof ist das Ziel der Wanderer – sie überqueren die Straße nach Wittenwater, gehen am Rand des Westerholzes entlang und legen eine Pause ein an der „Tausendjährigen Eiche von Ebstorf“, auch „Königseiche“ genannt. Nein, sie ist keine 1000 Jahre alt, mehr als 500 Jahre sind es aber dennoch. Mit ihren rd. 34 Metern Höhe ist sie die höchste monumentale Eiche in Deutschland. Den Umfang wollen einige Mitwanderer „erfassen“, indem sie sich um den Stamm gruppieren, die Arme ausstrecken und sich an den Händen fassen – acht Menschen müssen sich mächtig recken, um den Baum zu umarmen. Im Westerholz findet die große Pause statt, in der auch das eingangs erwähnte Lied gesungen wird. Dann geht es zurück zum Ausgangspunkt dieser Mittwochswanderung.
„Es war ein Test“ sagt Rita Schenk, die zusammen mit dem Spartenleiter Günter Göhsing die Wandergruppe führt. Der Test bezieht sich auf die Frage, wann die Gruppe zum Wandern wieder mit dem Bus hinausfährt in den Landkreis. Kostendeckend ist solch Fahrt allerdings erst ab ungefähr 50 Teilnehmern – diese Zahl wird heute nicht erreicht. Daher richtet Schenk den Appell an ihre Weggefährten, dass doch jede/r Einzelne für die Mittwochs-Wandergruppe werben möge: Wer gerne in frischer Luft und sauberer Natur wandern möchte, ist hier gut aufgehoben. Start ist mittwochs um 9 Uhr – vorerst noch mit eigenen Fahrzeugen (es gibt immer Mitfahrgelegenheiten) vom Parkplatz vor dem Finanzamt am Königsberg. Rita Schenk gibt das Motto aus: „Runter vom Sofa und Mitwandern.“

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