Schleuderball

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S c h l e u d e r b a l l

Eine Beschreibung vom Landesfachwart für den Schleuderballsport

Bernd Tapkenhinrichs

 

Entstehung und Entwicklung

In Preußen war für die Entwicklung der allgemeinen Spielbewegung der sog. Goßlersche Spielerlass vom 27.12.1882 von besonderer Bedeutung. Er bot die Möglichkeit einer breiteren Entwicklung für Sportspiele. Bereits am 21.5.1881 erfolgte die Gründung des Zentralausschusses der Volks- und Jugendspiele. In diese Zeit fällt auch die Entstehung des Schleuderballspiels.

Turnfeste:

Auf den ersten Deutschen Turnfesten in Dresden (1885) und München (1889) wurden erstmals Turnspiele vom Akademischen Turnerbund vorgeführt. Dabei fand das Schleuderballwerfen des Berliner Akademischen Turnvereins besondere Beachtung. Laut Literatur wird in der Nähe Berlins, im Schlosspark „Schönholz“, der Ursprung der allgemeinen Spielbewegung gesehen. Anfang der neunziger Jahre (1890) waren es wieder die Berliner, die ein Schleuderballspiel erprobten. Als Wurfgerät benutzte man einen Ball mit einem festen, runden Lederbügel, der sich über den halben Durchmesser des Balles spannte. Das Deutsche Turnfest 1898 in Hamburg war für die Entwicklung des Schleuderballspiels von besonderer Bedeutung. Das Schleuderballwerfen wurde dort in großem Umfang mit 446 Werfern durchgeführt.

Werfer aus Butjadingen:

Es traten auch Werfer aus Butjadingen (Nord-Oldenburg) mit friesischer Wurfart erfolgreich an. Sie belegten erste Plätze. Auf dem Deutschen Turnfest 1913 in Leipzig wurde mit dem damals üblichen 2 kg Schleuderball eine Weite von 57,40 m erzielt. Das Schleuderballspiel als Treibballspiel versuchte man auf verschiedene Weise zu verbreiten. In den damaligen Regelwerken beispielsweise nach dem Fang des geschneiderten Balles mit einem Dreisprung, in Berlin durch ein Vorprellen des Balles, in Österreich mit einem 3,5 kg Ball, dann mit einem 2 kg Ball. Die Spielfeldbreite betrug damals schon 30 m. Diese Versuche führten nicht zum gewünschten Erfolg.

Wilhelm Braungardt:

Erst Wilhelm Braungardt – dem langjährigen Spielwart der Deutschen Turnerschaft - führte die Oldenburger Spielweise in ein festes Regelwerk ein. 1906 wurden die Spielregeln vom Zentralausschuss der Volks- und Jugendspiele übernommen und haben heute noch zum großen Teil Gültigkeit. Die Spielregeln führten den friesischen „Wurfstil“ als die am besten geeignete Wurfart für das Schleuderballspiel ein und legten das Spielfeld auf 100 m Länge und 15 m Breite fest,das Ballgewicht wurde auf 1,5 kg begrenzt. Nach dem ersten Weltkrieg wurden sogar Deutsche Meisterschaften ausgespielt. Da das Spiel in den Folgejahren nicht in mindestens 4 Kreisen der Deutschen Turnerschaft gespielt wurde, durften anschließend nur noch Kreismeisterschaften ausgetragen werden. Das Schleuderballspiel gehörte bis zum zweiten Weltkrieg zu den stark verbreiteten Spielen in Niedersachsen. Nach dem Krieg wurde das Spiel sofort wieder aufgenommen und entwickelte sich im Raum Oldenburg und Ostfriesland besonders gut. Durch die Einrichtung von Jugend- und Schülerklassen wurden neue Mannschaften gebildet. Die Spielregeln wurden der Entwicklung des Spieles angepasst. Die Einführung geringerer Ballgewichte für Jugend- und Schülerklassen sorgten mit für die Ausbreitung des Spieles. Ende der 50er-, Anfang der 60er Jahre gab es einen entscheidenden Rückschritt. Das Spiel wurde bis dahin an den Volksschulen auf dem Lande- in den Turnstunden unterrichtet und auf diese Art und Weise verbreitet; die Turnvereine erhielten dadurch Nachwuchsspieler für ihre Mannschaften. Die Zentralisierung der Schulen (die damaligen Volksschulen wurden nach und nach aufgelöst) sowie der Bau von Turnhallen erschwerten eine weitere Ausbreitung des Schleuderballspieles. Heute wird das Schleuderballspiel im Turnbezirk Weser-Ems in den Kreisen Ammerland, Friesland, Oldenburg-Land und in der Wesermarsch gespielt.

Kontakte gab es vereinzelt in die benachbarten Niederlande und seit jüngster Zeit nach Kansas in den USA. Versuche, das Spiel im benachbarten Ostfriesland wieder einzuführen, sind in der Vergangenheit bedauerlicherweise fehlgeschlagen. Dabei bietet gerade das Schleuderballspiel, das in den Monaten April bis August auf Rasenplätzen gespielt wird, ausgezeichnete Möglichkeiten, sich auf das Boßeln und das Klootschießen, das vorwiegend in den Monaten Oktober bis April betrieben wird, vorzubereiten. Heute spielen 42 Mannschaften (Stand: 10.08.2018) im Punktspielbetrieb Schleuderball. Gespielt wird in Schüler- und Jugendklassen (E bis A-Jugend); Mädchen spielen im Allgemeinen bis 14 Jahre mit. In den Männerklassen wird in Kreisklasse, Bezirksklasse, Bezirksliga- und Landesligamannschaften gespielt. Die Landesmeisterschaften im Schleuderballspiel sind ein Höhepunkt der jeweiligen Punktspielsaison; die vier besten Jugend E bis A-Mannschaften haben sich mit Beendigung der Punktspiele für die Landesmeisterschaften qualifiziert und spielen dort die Landesmeister aus. Die Schleuderballvereine TuS Grabstede, BV Grünenkamp und der TV Schweiburg unterstützen die Punktspiele jährlich jeweils mit Turnieren (Pokal- und Plakettenspieltage).

 

Das Schleuderballspiel

 

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ist ein Mannschaftssport, in das sich jeder Einzelne restlos einfügen muss,

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ist ein Raumverteidigungsspiel mit dem Ziel den Ball im Torraum des Gegners zu Boden zu bringen,

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ist ein Spiel ohne Behinderung des Gegners,

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ist ein Spiel, bei dem jeder Spieler in fester Nummernreihenfolge in jedem Spiel ca. 2-3 Schleuderwürfe ausführen muss,

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erfordert stets einen schnellen Wechsel in der Mannschaftsaufstellung während des Spielgeschehens,

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findet grundsätzlich auf Rasenplätzen statt (Ausnahmen: Beach- und Hallenspiele (just for fun))

Das Spielfeld:

Die erforderliche Gesamtlänge mit Torraumbereich beträgt für Männer, Jugend A und B - 160 m, Breite 15 m. Gesamtlänge für Jugend C – E - 140 m, Breite 12 m, Jugend F - 100m, Breite 12 m.

Ballgewicht

Männer

 

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1,5 kg

Jugend A und B

 

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1,0 kg

Jugend C und D

 

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0,8 kg

Jugend E und F

 

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0,6 kg

Spielgeräte:

 

8 Spielfeldstangen, Höhe ca. 1,60m

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