Aktuelles

Für alle Interessierten ist hier nochmal der Link zum neuen Grundstufenprogramm.


Kürturnerinnen in ihrem Element - volle Halle in Einbeck zum Landesignale Niedersachsen-Cup und Deutschland-Cup

Etwa 160 Kürturnerinnen trafen sich in Einbeck, um die besten im Niedersachsen-Cup und im Deutschland-Cup Landesfinale zu ermitteln. Für letztere ging es um die Tickets zum Deutschland-Cup in Waging am See.

Zwei Vereine taten sich bei den Gewinnern der jeweiligen Wettkampfklassen hervor: Der TSV Ehmen hatte bei den jüngeren oft die Nase vorne: In der LK3 11-13 Jahre gewann Ida Janotte, bei den 14-17jährgen konnte Lena Heidemayer ihren knappen Vorsprung retten. Mit Höchstschwierigkeiten überzeugte Diana Dickhoff in der LK2 (11-13 Jahre) und holte den Sieg für den TSV.

Ebenfalls drei Siege holte an diesem Wochenende der TSV Buchholz 08: Bei den über 18jährigen in der LK3 ging der Sieg klar an Hannah Schelberg. Auch die beiden anderen Buchholzer Siege gelangen in dieser Altersklasse, allerdings in der LK2 Sarah Kleinknecht und in der LK1 Maria Heitmann. Sie gewann mit einer überragender Performance, die ihr vier Punkte Vorsprung einbrachte. Den zweiten Platz in der LK1 (18+) holte sich Jasna Ruge vom Oldenburger Turnerbund. Beide haben damit ein Ticket zum Deutschland-Cup-Finale.

Ein weiterer Titel in der LK2 gingen an Amelie Lindloff vom TSV Altenmedingen (16-17 Jahre). In der Altersklasse der 14-15jährigen teilten sich Lara Illenseer (VfL Wolfsburg) und Berit Borck von Eintracht Hildesheim das Siegerpodest.

Besonders schön für Zuschauer und Beteiligte war, dass fast alle LK1-Wettkampfklassen gut gefüllt waren. Waren es bei den über 18jährigen 10 Teilnehmerinnen so kämpften bei den 14-17jährigen immerhin sieben Turnerinnen um Titel und Qualifikation. Der Sieg in dieser Klasse ging diesmal an Hannah Yasar vom TuS Blau-Weiss Lohne, zweite und damit erneut zum Bundesfinale qualifiziert, wurde Yasmin Grimm vom TSV Vordorf. Die Vordorferin Iris Borowski ging alleine in der Altersklasse 16-17 Jahre ins Rennen, freute sich dennoch riesig, dass es endlich mit einer Qualifikation geklappt hat. Im jüngsten Jahrgang machten zwei Newcomer den Sieg unter sich aus: es gewann Anna Neumann vom TV Jahn Walsrode vor Angelina Baron vom SSV Kästorf.

Das Deutschland-Cup Bundesfinale findet am 9. und 10. Juli in Waging am See statt.

21./22.05.2022

Impressionen vom Wettkampf in der Galerie


Niedersächsische Turnerinnen erkämpfen sich zehn Tickets zu den Deutschen Meisterschaften der Jugend und Meisterklasse

Im Hannoverschen Leistungszentrum ging es mal nicht um Trainingsmeister, sondern um Landesmeister. Die Wettkämpfe in der höchsten Leistungsklasse sind immer überschaubar, aber in der Meisterklasse und der AK 15 war dieses Mal mehr als nur ein interner Wettkampf zu sehen. Auch dank auswärtiger Turnerinnen und zweier für Blau-Weiss Buchholz startender Ukrainischer Turnerinnen war das Wettkampfgeschehen abwechslungsreich.

In der AK12 gab es eine kleine Überraschung im Kampf um den Meistertitel: Wenn die Favoritin und Bundeskaderturnerin am Balken patzt und die gefühlt ewig Zweite endlich ihre Trainingsleistung voll abrufen kann, wendet sich auch auf dem Treppchen das Blatt: Gold ging an Yasmina Charfi vom MTV Jahn Schladen vor Anna Albrecht vom TSV Vordorf. Liya Singin (SC Langenhagen) konnte in den Kampf nicht mehr eingreifen, sicherte sich aber ebenfalls ein Ticket zu ihren ersten Deutschen Jugendmeisterschaften.

In der AK13 ging der klare Sieg an Miriam Heene vom MTV Wolfenbüttel vor Sophia Kratochwille (TC Arnum). Beide haben auch die Qualipunkte zur DJM erreicht.

Bei den beiden Turnerinnen in der AK14 lag die Latte für die Qualipunkte schon hoch. Die nötigen 41,0 Punkte konnte nur Alina Schindler (TSV Ehmen) erreichen und auch nur dank ihrer endlich durchgeturnten Balkenübung. Platz zwei ging an Laura Hagemann von Blau-Weiss Buchholz.

Internationales Flair bescherten den Anwesenden die Turnerinnen aus der Ukraine, die in der AK15 die deutschen Sportlerinnen auf die Plätze verwiesen. Besonders Anja Lashchevska turnte in einer anderen Liga. Gemeinsam mit Maryna Prylutska wird sie bei den Deutschen Jugendmeisterschaften außer Konkurrenz antreten. Hannah Kratochwille (TC Arnum) und Yella Wagenschein (MTV Wolfenbüttel) leisteten sich zu viele Fehler, um die nötigen Punkte zu erreichen.

In der Meisterklasse zeigte Karina Schönmaier (Blau-Weiss Buchholz) einmal mehr, dass sie zu den besten Deutschlands gehört und siegte mit einem guten Punkt Vorsprung. Am Schwebebalken zeigte allerdings Alina Heinemann (MTV Jahn Schladen) welche Punkte möglich sind, wenn Schwierigkeit auf Perfektion trifft. Mit 13,0 Punkten an diesem Gerät konnte sie sogar den Fehler am Stufenbarren ausbügeln und damit sich nicht nur Silber, sondern auch ein Ticket zu den Finals in Berlin sichern.

Auf dem Bronzerang fand sich Franziska Roeder (Eintracht Hannover) wieder. Die Qualifikation verhagelten ihr allerdings zu viele Stürze am Balken und Boden. Etwas abgeschlagen die weiteren Platzierten von Blau-Weiss Buchholz, die teilweise nicht alle Geräte absolvierten: 4. Joelle Peters, 5. Melissa Welk, 6. Mareen Jacobs, 7. Hannah Beyer.

15.05.2022


Niedersachsens Nachwuchs erfolgreich auf Bärenjagd

Der Berliner Bärchenpokal ist immer ein Highlight im Kalender der niedersächsischen Nachwuchsturnerinnen. Und auch in diesem Jahr waren die nun Ak11er ziemlich erfolgreich: Platz zwei in der Teamwertung und auch in der Einzelwertung wurde abgeräumt: Anni Sohnsmeyer holte mit der mit Abstand besten Barrenübung Silber in der Mehrkampfwertung und wurde hinter Savannah Liazeed dritte am Sprung. Neben dem Sprungerfolg wurde Savannah sechste im Mehrkampf. Maya Kossmann überzeugte besonders am Balken, sie turnte als einzige ihre Übung durch und holte damit die fünftbeste Wertung. Im Mehrkampf wurde sie 9. „Schade, dass Kira Meier verletzungsbedingt nicht dabei sein konnte,“ bedauerte Carolin Nolte, die die eingeschweißte Truppe nach Berlin begleitet hatte. Die Drei wurden an zwei Geräten von einer auswärtigen Turnerin unterstützt.

Feline Voges, die sonst für Blau-Weiss Buchholz an den Start geht trat einzeln an und wurde 14. in dieser Altersklasse.

Riona Cynbal, ebenfalls Blau-Weiss Buchholz, unterstützte in der AK 10 das Team der TTS Frankfurt mit dem sie den 6. Rang erreichte. In der Einzelwertung wurde sie 30.

In der AK9 ging ein komplettes Team aus Hannover an den Start. Im stärksten Wettkampf mit über 60 Turnerinnen belegte das Niedersächsische Team den 7 Platz. Alle vier konnten am Sprung und Boden gute Punkte holen, mussten aber dafür am Stufenbarren und Schwebebalken große Abzüge in Kauf nehmen. In der Einzelwertung fanden sich alle im guten Mittelfeld wieder: Nele Lüders 23. Platz, Vienna Lüdders 24., Carla Henrichs 26., Henriette Förster 28. Platz. Feline Jerominski vom MTV Jahn Schladen ging ohne Team in den Wettkampf und belegte den 39. Platz.

14./15.05.2022


Erster Test für die neuen Grundstufen – Landesmannschaftsmeisterschaften und Landesfinale TTS-Pokal

Endlich durften auch unsere jüngsten wieder einen Wettkampf bestreiten und Eltern/Großeltern und Freunde konnten zusehen. Die Zuschauer feuerten auch vereinsfremde Kinder mit an – verdient hatte es schließlich jede, die hier turnte. Für alle Beteiligten war die Stimmung in der Trainingshalle in Hannover-Badenstedt ein Lichtblick in wieder bessere Zeiten.

Auch wenn es bis zu den letzten Minuten noch Fragen zu den doch recht kurzfristig umgesetzten Übungen gab, es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Das lassen jedenfalls die Teilnehmerzahlen vermuten. Dank gilt neben den Trainer*innen auch den Kampfrichter*innen, die sich so schnell auf komplett neue Übungen und Inhalte einstellen mussten.

Diese Landesmannschaftmeisterschaften waren für die jüngsten Turnerinnen meist gerade mal der zweite Wettkampf überhaupt. Am besten kamen die Mädchen des Turnbezirks Lüneburg damit zurecht, die sich den Sieg mit einem knappen Vorsprung vor dem TB Hannover sicherten. In der Grundstufe 2 konnten je Team fünf Turnerinnen aus den Jahrgängen 2014-16 antreten.

In der Grundstufe 4 waren Turnerinnen der Altersklassen 8 bis 10 Jahre in den Turnbezirksteams zugelassen. Auch wenn es hätte anders ausgehen können, waren die Teams altersmäßig gut gemischt und auch Achtjährige trugen gute Punkte zum Mannschaftsergebnis bei. In diesem Wettkampf hatten die Hannoveraner die Nase deutlich vorne und gewannen vor dem TB Braunschweig.

Ab der AK9 werden nach wie vor die DTB-Übungen geturnt, denn hier ging es um die Qualifikation zum TTS-Pokal. Vier Turnerinnen stellten sich den Anforderungen. Damit war der Wettkampf eher ein Test als eine Qualifikation, denn die vier stellen das niedersächsische Team beim Bundesentscheid. Siegerin des Landesentscheids wurde Nele Lüders vom MTV Groß Buchholz.

Nur zwei Turnerinnen gingen in der AK 10 an den Start. Das Duell gewann Andra Konya vom VfL Eintracht Hannover. Die für einen Einzelstart erforderlichen Punkte verfehlte sie leider.

In der AK11 ging es um die Landesmeisterschaft und Punkte für den Start beim Kaderturncup, dem wichtigsten Nachwuchs-Wettkampf im ersten Halbjahr. Ein packendes Duell lieferten sich die beiden Favoriten Savannah Liazeed (TKJ Sarstedt) und Anni Sohnsmeyer (VfL Eintracht Hannover) bis zur letzten Übung. Am Ende ging es nicht um Zehntel, sondern um Hundertstel. 0,025 Punkte reichten Savannah zum Sieg. Die Überraschung für alle, die wissen wie kurz Maja Kossmann im AK-Bereich trainiert, war die Leistung des Schladener Nachwuchstalents. Sie kämpft sich im Sog der beiden immer weiter an sie heran, wurde dritte und schaffte bequem die erforderliche Punktzahl für den KTC.

Alle Ergebnisse es ereignisreichen Wettkampftages unter: https://www.geraetturnergebnisse.de/

Impressionen vom Tag

07.05.2022


Niedersachsens Seniorinnen auf dem Weg zur DM

Das kleine Starterfeld der Niedersächsischen Seniorinnen wurde aufgrund der Terminknappheit in die Bezirksqualifikation des Turnbezirks Lüneburg integriert. Die Teilnehmerzahlen waren in diesem Bereich auch schon vor Corona rückläufig und die pandemiebedingten Trainingsausfälle haben das eher verstärkt. Sieben Turnerinnen waren in fünf Altersklassen angetreten und haben sich damit direkt zu den Deutschen Seniorenmeisterschaften in Markkleeberg qualifiziert.

Bei den Deutschen Meisterschaften holten unsere Damen dann fünf TopTen Platzierungen. Unsere Anfang Vierziger Turnerinnen punkteten besonders am Balken, bzw. auf der Bank, denn das ist der erste Jahrgang, der nah am Boden bleibt. Bei der Quali siegte noch Nora Janina Scholz (Einbecker SV) vor Ute Petersen-Schlapkohl (VfL Wolfsburg), beim großen Finale in Markkleeberg zog Ute mit knapp einem halben Punkt an Nora vorbei, erkämpfte sich den 7. Rang und damit die beste Niedersächsische Platzierung. Nora wurde 8.

Ebenfalls auf den achten Rang schaffte es Katharina Johns vom TV Kleefeld. Sie konnte ihre Leistungen von der Quali wieder abrufen und am Stufenbarren sogar noch toppen. Die weiteren TopTen-Platzierungen sicherten Heike Dahech vom SC Melle in der Wettkampfklasse 60-64 Jahre und Teamkameradin Viola Panitz in der Altersklasse 65-69 Jahre. Beide mussten nur noch drei Geräte absolvieren.

Weitere Platzierungen Niedersächsischer Turnerinnen bei der DM:

AK 30-24

  1. Platz Ann-Kathrin Remmele, TuS Engter
  2. Platz Madeleine Kindler, SV Kirchweyhe

AK 45-49

  1. Platz Sandra Goldberg, VFL Bückeburg

01./15.05.2022 (Fotos:privat)


Gerätturn-KampfrichterInnen verdienen sich das A mit Stern

A* klingt besonders - ist es auch. Es ist die höchsten nationale Kampfrichterlizenz im Gerätturnen. 28 TeilnehmerInnen aus neun Bundesländern stellten sich der anspruchsvollen Ausbildung in Hannover und absolvierten erfolgreich die Prüfung. Nur zwei Ausbildungen wurden bundesweit dafür angeboten. Für Niedersachsen waren Andrea Boroske, Jens-Hermann Fricke, Franziska Roeder, Verena Mielke mit dabei.  Finja Säfken machte für ihre Wahlheimat Berlin mit. Für Andrea Boroske ging es um die Verlängerung der bestehenden A*-Lizenz, alle anderen haben die A*erstmals erworben. Die Gültigkeit beschränkt sich auf den Zyklus (2022 – 2024).

A* befähigt zu Kampfrichtereinsätzen bei allen nationalen Wettkämpfen, einschließlich Deutscher Meisterschaften sowie WM- und Olympiaqualifikation.

Bereits im Februar hat Uta Breuning als eine von wenigen Kampfrichterinnen deutschlandweit ihre internationale Lizenz erneuert. Sie gehörte neben Sabrina Klaesberg und Karsten Struck zum Ausbilder- und Prüferteam.


Trainer C Spitzensport Gerätturnen

Friederike Langer hat für dieses Jahr wieder eine Trainer C-Spitzensport-Ausbildung organisiert. Hier erfahrt ihr mehr.


Neues Grundstufenprogramm

Liebe Sportfreunde, Vereine, Kreise und Bezirke im NTB,

nun haben auch wir es geschafft und das vorläufige Grundstufenprogramm (G-Stufen) im Gerätturnen Frauen ist fertig.

Zu allererst möchten wir (Fachausschuss Gerätturnen Frauen) einen großen Dank aussprechen dem Arbeitskreis AK Turnen für die gute Vorarbeit zu dem neuen Grundlagenprogramm.

Mit Hilfe dieses Grundstufenprogrammes ist es unser Ziel, ein Wettkampfprogramm den Trainern und Vereinen zur Verfügung zu stellen, dass sowohl den Breiten- als auch den Spitzensport vereint. Es ist so konzipiert, dass die Turnerinnen nicht so viele verschiedene Wettkampfprogramme erlernen müssen. Die einzelnen Übungen sind so aufeinander aufgebaut, damit ein gemeinsames Training mit unterschiedlich starken Turnerinnen möglich ist. Hilfreich soll dabei das Erlernen der guten Grundtechniken sein. Dies wirkt sich dann im weiteren Verlauf positiv auf die Leistungsentwicklung aller Turnerinnen aus.

Als sogenanntes Pilotprojekt möchten wir in diesem Frühjahr die LandesmannschaftMeisterschaften in den Altersstufen 6 bis 8 Jahre (Grundstufe 2) und 8 bis 10 Jahre (Grundstufe 4) turnen lassen.

In den Bezirken wird dies als ein Einzelwettkampf geturnt, daraus entstehen dann die BezirkMannschaften (2 pro Bezirk). Es ist durchaus möglich, dass trotz Teilnahme an den PStufenwettkämpfen eine Turnerin an diesem Wettkampf teilnehmen kann.

Nach dem sog. Probelauf möchten wir im Sommer uns mit den Mitgliedern des Arbeitskreisen AK Stufen treffen, um das Programm gegebenenfalls zu überarbeiten und die Trainings/Wettkampferfahrungen zu integrieren.

Für einen Überblick und Erlernen des Programmes sind eine schriftliche Ausarbeitung wie auch Videos erstellt worden. Die schriftliche Form senden wir euch als Anlage in diesem Anschreiben dazu. Die Videos sind auf unserer Homepage (NTBwelt.de/ Gerätturnen Frauen) zu finden.

Eine Trainerfortbildung in Richtung G- Stufen und Trainingskonzept/ Planung wird im Laufe des Jahres in den Bezirken angeboten werden (Termine folgen).

Noch ein Hinweis zuletzt: Das DTB Programm für die AK 9-11 wird weiterhin auf Bezirk- und Landesebene geturnt werden (Qualifikationsmöglichkeiten zu Wettkämpfen auf Bundesebene)

Mit sportlichen Grüßen,

Friederike Langer                                                        Cornelia Hill

Landesfachwart GTFrauen                                        Beauftragte für Nachwuchs

PS: eine Feedback Möglichkeit für die Vereine ist hier zu finden.

Alle Informationen und Videos zu den Übungen sind hier zu finden.


Wachablösung in der ersten Bundesliga

Es zeichnete sich im Verlaufe der Saison schon ab: Das Team der KTG hatte mit personellen Engpässen kaum eine Chance in der ersten Bundesliga. Beim zweiten Wettkampf in Dresden traten nur vier Turnerinnen an, so dass auch die zwei Youngstars alle Gräte absolvieren mussten. Zum dritten Wettkampftermin hatte Team-Manager Stefan Roeder noch eine Schweizer Turnerin zur Verstärkung engagiert, um den drohenden Abstieg zu verhindern. Doch leider wurde der dritte Wettkampf coronabedingt abgesagt, womit der Abstieg für die KTG besiegelt war.

Das Turnteam Kiehn Group Lüneburg dagegen hatte einen gut besetzten Kader: DM-Bronzemedaillengewinnerin Karina Schönmaier und ausländische Athletinnen waren die Punktegaranten in einem breit aufgestellten Stammteam. Beide Wettkämpfe dominierten sie die 2. Bundesliga und stiegen verdient in die 1. Bundesliga auf.

Die Kadersituation bei der KTG machte vor dem zweiten Team nicht halt. Durch das Hochziehen zweier nachwuchsturnerinnen war auch das Team in der dritten Bundesliga geschwächt. Auch sie kamen aus dem Ligakeller nicht heraus und mussten den Abstieg in die Regionalliga in Kauf nehmen.

Dort treffen nun gleich drei niedersächsische Mannschaften aufeinander: TSV Buchholz 08, KTG Hannover II und TT Kiehn Group Lüneburg II.

So wird die diesjährige Ligasaison spannend. Wie wird sich die KiehnGroup in der ersten Bundesliga unter den besten deutschen Turnerinnen machen und wer schafft es vielleicht aus der Regionalliga raus in die 3. Bundesliga. Kann die KTG ihre Personalsorgen, die mit dem Wechsel von Finja Säfken nach Berlin noch verstärkt werden, endlich in den Griff kriegen?

Der erste Wettkampftermin der 1. und 2. Bundesliga ist für den 21.05.22 vorgemerkt. Die Termine für die 3. Bundesliga Nord und Regionalliga Nord sollen in Kürze bekanntgegeben werden.


Anna Sophie Albrecht und Savannah Liazeed schaffen den Sprung in den Bundeskader

Beide Talente belegen beim Bundeskadertest den 5. Platz, Anna in der AK11, Savannah in der AK10.

Eigentlich wollten sie zu dritt sein. Doch leider wurde nur der Deutschlandpokal als Qualifikation berücksichtigt und da fehlten Anni Sohnsmeyer ein paar Zehntel, weil die Handstände am Stufenbarren nicht anerkannt wurden. Besonders ärgerlich, „weil Anni eigentlich alle Anforderungen des Kadertest perfekt beherrscht,“ äußert sich Trainerin Caroline Nolte enttäuscht.

Aber mit zwei neuen Turnerinnen im Bundeskader haben wir wieder ein Zeichen gesetzt, dass unser Nachwuchs vorne dabei ist. Beide haben sich in den Tests wacker geschlagen. Anna Sophie Albrecht vom TSV Vordorf konnte in den Athletischen Normen und den Technischen Anforderungen ein ausgeglichenes Ergebnis abliefert, zusammen mit der Wettkampfleistung lag sie nur knapp unter der sicheren Eintrittsgrenze. Savannah Liazeed (TKJ Sarstedt) überzeugte in der Athletik, lieferte das drittbeste Ergebnis ab, leider fehlten bei den technischen Anforderungen ein paar Punkte, um ganz vorne dabei zu sein. Platz 5 ist für beide ein top Ergebnis.

Am Ende wurde Anna in den Nachwuchskader 2 und Savannah in den Talentkader aufgenommen.

Anni hat die Bundestrainerin Claudia Schunk aber nicht aus den Augen verloren. Auch zur Freude von Savannah konnte sie mit zum Kaderlehrgang nach Frankfurt fahren. Das Ziel von allen drei: im nächsten Jahr gemeinsam im Bundeskader.


Landesligen finden ohne Auf- und Abstieg statt

Endlich, nach zwei Jahren durften die Teams der Niedersächsischen Landesligen wieder Wettkampfluft schnuppern. Für die meisten war es der erste Wettkampf seit den langen Trainingspausen.

So war es auch nicht verwunderlich, dass gerade in den höheren Ligen die schwereren Anforderungen sicherheitshalber auf der Strecke blieben - Gesundheit geht nun mal vor. Spätestens am Balken merkte man, dass die Wettkampfroutine fehlt, kaum eine Mannschaft kam ohne viele Stürze aus.

Einige Vereine waren garnicht angetreten, andere hatten ihre Mannschaften deutlich verjüngt. Ersteres hat in diesem Jahr keine Auswirkungen auf zukünftige Startrecht.

Den größten Wandel gab es in der 4. Liga, da je drei Teams ab- und aufgestiegen sind. Und zur Überraschung der etablierten Teams zog Neuling TuS Zeven mal gleich an die Tabellenspitze. Sie zeigten einfach die konstantesten Leistungen über alle vier Geräte und konnten vor allem am Stufenbarren Punkte gutmachen.

Wer die Teams im der letzten Ligasaison im Blick hatte, wusste auch, dass der Durchmarsch des TSV Vordorf in der 3. Liga keine so große Überraschung war. Nach einem Fehlstart im Chaoswettkampf rollen sie nun das Feld von hinten auf. Im kommenden Jahr müssen sie aber erstmal diese Position behaupten, um den nächsten Aufstieg perfekt zu machen.

In der 2. Liga waren dann zur LK2 noch B-Abgänge gefordert, die allerdings aus o. g. Gründen nur vereinzelt gezeigt wurden. Mit den höchsten Wertungen an Sprung, Balken und Boden zogen die Turnerinnen vom TuS Blau-Weiss Lohne 1 an der Konkurrenz vorbei, dicht gefolgt vom TuS Engter.

Am schwierigsten wurde es in der 1. Liga, die Anforderungen (LK1) zu erfüllen. Gerade am Stufenbarren gingen die Handstände häufig daneben, was zu Stürzen und hohen Punktabzügen führte. Hier war das Glück und Können am Balken entscheidend, denn als einzige Mannschaft kam die TG Borgloh-Wellendorf, vielleicht auch mit ein bisschen Heimvorteil, gut durch dieses Gerät. Dazu top Bodenübungen und sie zogen mit deutlichem Abstand auf die Tabellenspitze und holten sich dafür Gold.

Alle Ergebnisse unter https://www.geraetturnergebnisse.de


Starker Auftritt von Lara Illenseer (VfL Wolfsburg) beim Deutschland-Cup

Nur 0,1 Punkte trennten die junge Wolfsburgerin von Bronze bei ihrem ersten Bundeswettkampf und auch zu Gold wären es nur 0,6 Punkte gewesen. Sie überzeugte mit Perfektion in ihren Ausführungen an allen Geräten. Dieses sensationelle Ergebnis sollte für die 13jährige Ansporn sein, jetzt den Grundstein für das nächste Jahr zu legen.

Nicht alle Bundesfinal-Neulinge konnten die Nervosität so gut beherrschen. Und dann waren schon mal die berüchtigten 10cm entscheidend. So musste sich Diana Dickhoff (TSV Ehmen) in der AK12/13 nach zwei Stürzen vom Balken mit dem 21. Platz begnügen. Bei den jüngeren Turnerinnen war einzig Hannah Yasar vom TuS Blau-Weiss Lohne 2019 schon einmal dabei und konnte ihr Ziel, die TopTen, deutlich erreichen. Sie belegte mit der besten Wertung am Boden den 6. Platz in der AK14/15. Ebenfalls in dieser Altersklasse schaffte es Jasmin Grimm vom TSV Vordorf auf den 11. Rang.

Die Mannschaft für den Bundespokal setzte sich aus den vier Mädels der unter Jahrgänge im Modus 4/4/3 zusammen. Und in der Summe überraschte unser Nachwuchs dann nochmal – Bronze. Auch hier ging es wie in den Einzelwertungen nur um Zehntel.

Im zweiten Durchgang am Nachmittag turnten die AK16/17 sowie AK18-29. Auch hier gab es mit Linnea Korbanka (SG Hankenberge-Wellendorf) nur eine Deutschland-Cup-Erfahrene, die anderen drei kamen aus der LK2. So ganz glücklich war Linnea mit ihrem 12. Platz in der AK18-29 aber nicht: „Zu viele Wackler auf dem Balken,“ und auch am Boden hätte sie sich ein paar Zehntel mehr gewünscht. Mit ihrem Debüt ganz zufrieden waren die beiden Turnerinnen vom TSV Buchholz 08. Merle Danisch wurde im gleichen Wettkampf 15. Birla Mecke zeigte in der AK16/17 eine tolle konstante Leistung über alle vier Geräte und wurde 9. Und das in einem sehr starken Feld, wo die ersten vier eine Klasse für sich waren. Für Mandy Hoffmann vom MTV Stederdorf wurde der Balken leider zum Verhängnis und verhinderte eine bessere Platzierung als den 18. Rang in dieser Altersklasse.

Für diese vier blieb es auch in der Mannschaftswertung das Mittelfeld, Platz 8 von 16 Landesturnverbänden.

Ergebnisse


Bronzemedaille für DJM Debütantin Juli Fleur Fiedrich

Das Mega-Wettkampfwochenende der Gerätturnerinnen im Baden-Württembergischen Berkheim endet mit einer Medaille im Gerätefinale der AK12 und einem sensationellen zweiten Platz des Niedersächsischen Turnerbundes in der Gesamtwertung des Deutschland-Pokals.

Am vergangenen Wochenende wurden die Deutschen Jugendmeisterschaften im Gerätturnen weiblich der Altersklassen 12 bis 15 sowie der Deutschland-Pokal der Landesturnverbände ab der Altersklasse 10 ausgetragen.

Im Teamwettkampf der AK10 ging die eingespielte Truppe mit den Leistungsträgern der hannoverschen Turntalentschule Anni Sohnsmeyer (VfL Eintracht Hannover) und Savannah Arano Liazeed (TKJ Sarstedt) an den Start. Beide zeigten sich in Höchstform, nur am Stufenbarren fehlten bzw. waren einige Anforderungen nicht einwandfrei geturnt, sodass es Abzüge in der D-Note gab. In den Einzelwertungen belegten sie die Plätze 12 und 7. Das Team, zu dem noch Kira Meier (VfL Eintracht Hannover) und Maya Kossmann (MTV Jahn Schladen) gehörten wurde vierter.

Eine Altersklasse höher gingen nur drei Turnerinnen aus Niedersachsen an den Start und hatten damit das Handicap, ohne Streichwert zu turnen. Aber das sollte für das Ausnahmetalent vom TSV Vordorf, Anna Sophie Albrecht, kein Problem sein. Sie turnte einfach einen sensationellen Wettkampf. In ihrem letzten Pflichtjahr zeigte sie fast alle Bonuselemente, turnte an allen Geräten nahezu fehlerfrei und glänzte an ihrem letzten Gerät am Balken. Unfassbar, mit wie viel Freude und Elan die junge Sportlerin dieses Pensum absolvierte. Am Ende trug sie maßgeblich zum zweiten Platz des Teams bei und belegte in der Einzelwertung den 3. Rang. Weitere wichtige Punkte erturnten für dieses Team Yasmine Charfi vom MTV Jahn Schladen und Liya Singing vom SC Langenhagen.

Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften gab es ein Auf und Ab der Emotionen. Die Mädchen der AK12 turnen in ihrem ersten Kürjahr auch ihre ersten Deutschen Meisterschaften. Sophia Kratochwille (TC Arnum) landete trotz langer Trainingsausfälle mit guter solider Leistung auf dem 14. Platz und verpasste am Balken knapp das Gerätefinale der besten sechs. Gleich dahinter sortierte sich Miriam Heene vom MTV Wolfenbüttel ein, die ihre Stärken am Sprung und Stufenbarren nicht ganz zeigen konnte. Sie verpasste knapp das Sprungfinale. Juli Fleur Fiedrich zeigte um Sprung und Boden weniger schwierige Übungen, was einen geringeren Ausgangswert (D-Note) nach sich zog. Am Balken punktete sie aber mit einem Spreizsprung halbe im Seitverhalten, der als D-Teil 0,5 Punkte Bonus bringt. Das alles noch in ordentlicher Ausführung und schon war sie zu ihrer eigenen Überraschung im Balkenfinale gelandet. Kurzerhand mussten sie und ihre Trainerin Annette Lefebre einen Tag dranhängen. „Sie hatte nichts zu verlieren, sollte einfach nur durchturnen,“ waren die Ratschläge der Landestrainerin. Freies Rad, Salto rückwärts, dreifach Sprungkombi und besagter Spreizsprung halbe - alles sicher. Das war dann die Bronzemedaille.

Alina Schindler vom TSV Ehmen hatte in der AK13 mit dem Stufenbarren zu kämpfen. Das Überkippen aus dem ersten Handstand brachte sie so aus dem Konzept, dass sie am Ende mit einer Nullwertung rausging. Der gute Tsukahara am Sprung konnte dann in der Gesamtwertung auch nicht mehr viel reißen, so dass sich die Braunschweiger Schülerin mit dem 22. Platz begnügen musste.

Große Hoffnungen legten die Landestrainer in die 14jährige Sarah Heinemann (MTV Jahn Schladen), Jugendmeisterschafts- und Bundesligaerfahren, sollte diesmal endlich eine Finalteilnahme rausspringen. Das setzt aber voraus, dass nicht nur die gezeigten Schwierigkeiten, sondern auch eine einwandfreie Ausführung abgeliefert werden kann. Die Balkenübung der Landeskaderathletin mit Höchstschwierigkeiten gespickt, die in dieser Altersklasse fast nicht zu toppen waren: Menicelli-Spreizsalto in Verbindung, freies Rad und Salto vorwärts – eigentlich kann sie das alles. Am Wettkampftag war Sarah Heinemann am Schwebebalken die letzte Turnerin, sie wusste um ihre Chancen mit einer sturzfreien Übung - mittlerweile nach 19 Uhr hatte sie Mühe sich zu konzentrieren. Drei Stürze waren das Ergebnis. Dennoch einen 10. Platz in der Mehrkampfwertung zu schaffen zeigt, wie gut die Darbietungen am Sprung, ein gebückter Tsukahara, am Stufenbarren und Boden waren. Am Stufenbarren zeigte die Schülerin erstmals ein Flugelement vom oberen zum unteren Holmen und verpasste leider knapp das Gerätefinale. „Es war wirklich schade, Sarah hatte sich das Gerätefinale so vorgenommen. Ohne Sturz wäre sie dabei gewesen,“ resümiert Annette Lefebre.

Ihre Trainingskameradin Yella Wagenschein vom MTV Wolfenbüttel kam insgesamt gut durch den Wettkampf. Menicelli-Rückwärtssalto auf dem Balken und eine ausdrucksvolle Bodenkür sicherten ihr gute Punkte. Am Ende stand sie auf einem guten 15. Platz. Hannah Kratochwille (TC Arnum) fehlte Einiges an Schwierigkeiten, turnte aber gut durch, sie wurde 23.

Das Fazit von Landestrainerin Annette Lefebre: „Einiges lief richtig gut, anderes leider nicht so. Über die Bronzemedaille für Juli Fleur Fiedrich und den dritten Platz für Anna Sophie Albrecht freue ich mich riesig.“


Deutschland-Cup Landesfinale mit Überraschungssiegern

Waren früher die LK1 Wettkämpfe zahlenmäßig übersichtlich, ließen es sich beim diesjährigen Landesfinale der höchsten Leistungsklasse des Breitensports viele bisherigen LK2-Turnerinnen die Chance auf einen Wettkampf nicht nehmen.

Für die Turnerinnen, die seit über zwei Jahren keinen Wettkampf mehr hatten, ein Lichtblick und Motivation zu Höchstleistungen. Sicher waren auch die durch den DTB reduzierten Anforderungen von LK1 auf LK2 mit ausschlaggebend für das riesige Teilnehmerfeld, aber die ein oder andere wäre wohl auch unter den regulären Bedingungen in diesem Wettkampf gestartet. Wegen mangelnder Ausrichter, wurde kurzerhand die Gerätturnhalle des hannoverschen Leistungszentrums zum Austragungsort. Die zwei ersten jeder Altersklasse qualifizierten sich zum Bundesfinale und dem gleichzeitigen Bundespokal der Landesturnverbände.

Zwei der vier Jahrgangsklassen turnten gleichzeitig in einem Durchgang, so dass es lange unübersichtlich blieb, wer vielleicht die Nase vorne hat. Dazu kam, dass viele Turnerinnen mit dem Schwebebalken kämpfen mussten und reichlich Stürze zu verzeichnen waren.

Bei den jüngsten Turnerinnen der Jahrgänge 2008/2009 konnte Lara Illenseer vom VfL Wolfsburg ihre Übungen gut durchturnen und sicherte sich mit den höchsten Wertungen am Stufenbarren und Boden den Sieg. Trotz zweier Stürze am Balken schaffte Diana Dickhoff vom TSV Ehmen es noch auf den zweiten Rang vor Kim-Lea Jatzkowski vom SSV Kästorf.

Im größten Starterfeld, bei den 14-15jährigen, hatten es die stark vertretenen Vereine aus Kästorf, Vordorf und Wolfsburg schwer, denn auch andere Vereine hatten nach der langen Trainingspause eine unheimliche Aufholjagd mit hoch motivierten Turnerinnen unternommen. Wie schon vor zwei Jahren konnte sich auch dieses Mal Jasmin Grimm (TSV Vordorf) mit einer durchweg konstanten Leistung gegen die Konkurrenz behaupten. Rang zwei ging an Hannah Yasar (TuS Blau-Weiß Lohne) vor Josephine Brol (TG Borgloh-Wellendorf).

Die Spätschicht des Wettkampftages bestritten die 16-17Jährigen sowie die Damen über 18Jahre, deren Wettkampf erst gegen 19 Uhr begann. Ganz auf Sicherheit und mit einem besonderen Augenmerk auf hohe Schwierigkeiten am Boden konnte erstmals die 17jährige Mandy Hoffmann (MTV Stederdorf) zu ihrer eigenen Überraschung den Landessieg erringen. Silber ging an Birla Mecke vom TSV Buchholz 08, Greta Sander vom TuS Blau-Weiß Lohne holte Bronze.

Bei den über 18jährigen buchten die Buchholzer ihr zweites Ticket zum Bundesfinale:

Merle Danisch siegte hier mit nur 0,05 Punkten vor Linnea Korbanka von der TG Borgloh-Wellendorf. Beide überzeugten besonders am Boden und wo die Buchholzerin mit ihrem Tsukahara besser war, legte Linnea Korbanka am Balken ein paar Schwierigkeiten drauf. Über Rang die Bronzemedaille freute sich Chiara Borchers vom TSV Vordorf.

Die jeweils ersten zwei werden am 06.11.2021 in Paderborn das Bundesfinale bestreiten und in zwei Teams um den Bundespokal der LTV kämpfen.


Andra Konya vom VfL Eintracht Hannover Landesmeisterin in der AK9

Nachdem der erste Wettkampf im Juni von Trainingsausfällen geprägt war, haben die jungen Sportlerinnen nun gezeigt, wie man Rückstände aufholen kann. Insgesamt zeigte sich eine deutliche Leistungssteigerung. Am Sprung, dem ersten Gerät lag Lilly Sophie Heilandt vom TSV Buchholz 08 klar vorne. Doch schon am Stufenbarren und spätestens am Schwebebalken setzte sich Andra Konya (VfL Eintracht Hannover) an die Spitze des sechsköpfigen Teilnehmerfeldes. Mit Rückschwung in den Handstand am Barren und einer fast einwandfreien Balkenübung mit Bonuselement zeigte die Hannoveranerin ihr Können. Immer dicht gefolgt von der Buchholzer Turnerin. Am Boden zeigten beide sehr schöne Übungen und setzten sich damit von den Übrigen Turnerinnen ab. Besonders am Balken konnte sich Emma Betat vom MTV Jahn Schladen wichtige Punkte erturnen und sich damit die Bronzemedaille holen.

Gleichzeitig fand für die AK8 Mädchen noch ein Rahmenwettkampf zur Vorbereitung auf das kommende Jahr statt.

Wie in der AK9 wurden auch für die AK8 die Wettkampfanforderungen für die Herbstwettkämpfe an die Pflichtübungen im kommenden Jahr angelehnt.

In der AK8 kam Feline Jerominski vom MTV Jahn Schladen, die sich bereits im Juli eindrucksvoll den Meistertitel sicherte, mit den neuen Elementen zurecht. Am Sprung, Schwebebalken und Boden gab es einige gute Übungen zu sehen. Am Stufenbarren trennte sich die Spreu vom Weizen, beziehungsweise Feline vom übrigen Teilnehmerfeld. Sie zeigte das komplette Programm inklusive Bonuselement, genauso wie die zweitplatzierte Vienna Sophie Lüdders (TSV Buchholz 08), aber eben in einer sehr guten Ausführung, die den Kampfrichtern nicht mehr viel Abzugsmöglichkeiten ließ. Damit sicherte sich die Schladener Turnerin den Sieg vor Vienna Sophie Lüdders, dritte wurde Carla Henrichs vom SC Kirchweyhe.


Erster Wettkampf nach fast zwei Jahren in der 3. Bundesliga

KTG Hannover II darf endlich wieder turnen – neu eingekleidet

2019 in die dritte Bundesliga Nord aufgestiegen, mussten die Turnerinnen der KTG Hannover II fast zwei Jahre lang auf ihren Einsatz an den Geräten warten – in 2020 hatte die Deutsche Turnliga pandemiebedingt alle Wettkämpfe der dritten Ligen absagen müssen. Eingekleidet mit neuen, selbst entworfenen Turnanzügen und T-Shirts, ging es zum ersten Wettkampftag nach Mannheim.

Die langjährige Trainerin sowie einige Turnerinnen sind leider nicht mehr dabei. Insgesamt hat sich das Team stark verjüngt – sechs von zehn Turnerinnen gaben ihr Debüt in der Deutschen Turnliga – die Nervosität war spürbar. Am Schwebebalken startend musste die Mannschaft einige Stürze hinnehmen, jedoch zeigten alle Turnerinnen hochwertige Übungen mit mindestens einem Salto auf dem Gerät. Juli Fiedrich hatte dabei die Aufgabe den Wettkampf zu eröffnen. Miriam Heene und Lena Koblitz hatten zwar ein paar Wackler, blieben aber sturzfrei und erhielten mit 9,70 und 9,80 Punkten die höchsten Wertungen für das Team. Besser lief es am Boden, wo die Übungen sauber und ausdrucksstark präsentiert wurden, sodass es von den Kampfgerichten hohen Wertungen und vom Publikum viel Applaus gab. Die höchsten Punktzahlen erreichten Lucia Bielfeld und Lena Koblitz. Letztere erhielt durch ihre Perfektion und außerordentliche Ausstrahlung mit 11,0 Punkten eine Wertung, die selbst in höheren Ligen konkurrenzfähig wäre. Beim Sprung wurden ausschließlich Tsukahara-Sprünge gezeigt, die alle in den sicheren Stand geturnt wurden. Die Wertungen von Luana Sensing, Amelie Pagel, Miriam Heene, Lara Zemke und Lena Kaiser waren erfreulich hoch und lagen dicht zusammen; wobei sich Laras und Lenas etwas abhoben. Amelie freute sich über ihren ersten Tsukahara in einem Wettkampf. Am abschließenden Stufenbarren die Anforderungen zu erfüllen ist schwer, so versuchten die KTG-Turnerinnen mit relativ leichten, aber sauberen Übungen zu punkten. Die Schwestern Sophia und Hannah Kratochwille erhielten eine identische Wertung und Miriam Heene steuerte die höchste Wertung für die Mannschaft bei. Auch wenn es nicht optimal lief, wurden alle Turnerinnen vom Team gefeiert – zumal Luana, Hannah und Lena Kaiser ihre B-Abgänge in den sicheren Stand brachten. Bemerkenswert ist in dieser Mannschaft der enorme Zusammenhalt – alle stehen für einander ein und unterstützen sich – und das bei einem Altersspektrum von 12 bis 24 Jahren. So waren Lia Bernewitz und Caroline Nolte, die die Turnerinnen betreuten, recht zufrieden, auch wenn es beim ersten Wettkampf nur für Platz 8 reichte. Der zweite Wettkampf der 3. Bundesliga Nord findet Anfang November in Heidelberg statt.

Text und Bilder: Susanne Maul-Koblitz


Der Fachausschuß unter neuer Führung

In der Kreisfachwartetagung am 04.09.2021 standen die Beauftragten für Kampfrichterwesen und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Fachwartin zur Wahl. Überraschend stellte Annett Balzer aus beruflichen Gründen ihren Posten zur Disposition und trat nicht wieder an. Matthias Zappe und Hedda Petermann verabschiedeten sich geplant aus dem Fachausschuss. Letzteres zog noch eine Aufgabenverteilung innerhalb des Fachausschusses nach sich. So setzt sich der Fachausschuss Gerätturnen Frauen nun zusammen:

Fachwartin und Beauftragte Aus- und Fortbildung: Friederike Langer

Nachwuchsbeauftragte: Solveig Adrian

Beauftragte Kampfrichterwesen: Andrea Boroske

Öffentlichkeitsbeauftragte: Katrin Hoffmann

Beauftragter für Wettkampfwesen: Jan Janocha

Beauftragte für Finanzen: Franziska Roeder


Savannah Liazeed zeigt einmal mehr ihr herausragendes Können und wird Landesmeisterin - Überraschungssieg im Rahmenwettkampf der AK12-15

In vertrauter Umgebung im Leistungszentrum Hannover Badenstedt fanden die Landesmeisterschaften der AK10 statt und die jungen Turntalente konnten sich nochmal beweisen und wichtige Punkte für die Qualifikation zum Kaderturncup sammeln.

Nachdem Anni Sohnsmeyer mit Trainerin Carolin Nolte beim Talentkaderlehrgang in Frankfurt war, konnte keine andere Savannah das Wasser reichen. Selbst der Stufenbarren wurde von ihr bezwungen. Auf dem Schwebebalken und Boden zeigte die kleine sprunggewaltige Turnerin wiedermal Perfektion, wie in den Wettkämpfen zuvor auch schon. Aber diesmal bezwang sie dazu noch den Stufenbarren: freie Felge in den Handstand, Aufhocken und Riesenfelge. Am Sprung, die Ansätze für Yurtschenko und Salto vorwärts – auch kein Problem. Ein sicherer Sieg für die Turnerin des TKJ Sarstedt und des Landesmeistertitel. Etwas abgeschlagen auf Platz zwei kam Trainingskameradin Kira Meier vom VfL Eintracht Hannover, die sich gegenüber der letzten Woche verbessern konnte. Bronze ging an Sara Hotoglu vom selben Verein.

Für die älteren Jahrgänge wurde im Anschluss mit Blick auf den Deutschland-Pokal Rahmenwettkämpfe ausgetragen. Im letzten Jahr vor dem Kürprogramm läuft Anna Albrecht nach Verletzungspech im Frühjahr nun zur Hochform auf. Die extrem hohen Anforderungen des Spitzensportprogramms absolvierte sie gekonnt und übertraf diese sogar am Stufenbarren und Balken, wodurch sie sich jeweils 0,6 Punkte Bonus auf die D-Note holte. Mit Sprungkraft, Körperspannung und beeindruckender Dehnbarkeit brillierte hier wieder eine Turnerin des TSV Vordorf. Mit deutlichem Vorsprung sicherte sich Anna Albrecht den Sieg in der AK11 vor Yasmine Charfi (MTV Jahn Schladen) und Liya Singin (SC Langenhagen).

Bei den 12-15jährigen gab es eine Überraschung und die Erkenntnis, dass auch Favoriten mal vom Balken fallen können. Yella Wagenschein vom MTV Wolfenbüttel hat sich nach langer Verletzungspause wieder kontinuierlich an die niedersächsische Spitze zurückgekämpft und mit einer konstanten Leistung über die vier Geräte den Sieg in der Altersklasse 12-15 geholt. Für sie wohl ausschlaggebend war, dass sie endlich die Barrenübung ohne große Fehler durchturnen konnte. Am Balken und Boden überzeugte sie mit Perfektion. Gerade am Boden waren die Übungen von Yella Wagenschein und Sarah Heinemann (MTV Jahn Schladen) sehenswert, beide gehören trotz ihres jungen Alters zu den sehr eleganten Turnerinnen und bringen Sprünge und Akros mit viel Ausdruck auf die Matte. Sarah Heinemann konnte wegen Stürzen am Balken und Barren nicht mit um den Sieg kämpfen. Sie holte mit den höchsten Ausgangswerten dennoch Silber knapp vor der drittplatzierten Juli Fleur Fiedrich vom VfL Eintracht Hannover.

Am 22.-24.10.21 werden die besten Turnerinnen der Altersklassen 10 bis 15 den Niedersächsischen Turnerbund beim Deutschland-Pokal und den Deutschen Jugendmeisterschaften vertreten.


Junge Turnerinnen der TTS Hannover räumen beim Berliner Bärchenpokal ab

Die Altersklasse (AK) 10 Turnerinnen siegen in Team- und allen Einzelwertungen, das Team der AK11 holt in der Mannschaftswertung Silber.

Anni Sohnsmeyer vom VfL Eintracht Hannover zeigte sich in Topform. Am Stufenbarren zeigte sie die kompletten Anforderungen mit Strecksaltoabgang. Hier und am Sprung war sie nicht einzuholen. Am Balken und Boden war dagegen Savannah Liazeed nicht zu toppen, beide zeigten hier das vollständige Programm ohne Stürze, aber Savannah war auch noch fast perfekt in der Ausführung. Und so teilten sich die beiden Talente die Gerätewertungen: Sprung und Stufenbarren ging an Anni, Schwebebalken und Boden an Savannah. Am Ende siegte Anni noch der Einzelwertung. Savannahs Absteiger am Stufenbarren verhinderte ein Duell der beiden, sie wurde in der Einzelwertung fünfte.

Erst Ende letzten Jahres wurde Anni Sohnsmeyer in den DTB Talentkader berufen. Ihr jetziges Abschneiden unterstreicht diese Entscheidung der Bundesnachwuchstrainerin Claudia Schunk deutlich. 

Unterstützt wurden die beiden von Kira Meier und Maya Kossmann, die beide noch nicht alle Anforderungen des anspruchsvollen Spitzensport-Pflichtprogramms erfüllen konnten. Am Balken musste Kira zudem zwei Stürze verkraften. Aber trotzdem konnten die beiden wichtige Punkte für die Teamwertung beitragen und verdient auf dem Siegerpodest strahlen. In Anbetracht der Tatsache, dass die meisten Nachwuchsturnerinnen diese Wettkampfklasse gar nicht erreichen, ist es um so erstaunlicher, dass Maya Kossmann hier quer eingestiegen ist und gerade ihren ersten Wettkampf im Spitzensport absolviert hat.

Die Mädchen werden neben Carolin Nolte auch von Landestrainer Peter Werner trainiert, die hier ganze Arbeit geleistet haben. Jetzt heißt es aber nochmal ranklotzen, denn diese starken Leistungen sollten die Mädels im November beim DTB-Kadertest unbedingt bestätigen, um den Sprung in den Bundes-Talent- bzw. Nachwuchskader 2022 zu schaffen.

In der AK11 gingen nur zwei Turnerinnen der TTS Hannover und an den Start und bildenden ein Team mit den Turnerinnen aus Ulm. Anna Albrecht ging gut vorbereitet in ihrem ersten Wettkampf dieses Jahres. Gleich am Sprung zeigte sie, dass mit ihr zu rechnen ist. Zwei unterschiedliche Sprünge galt es gut abzuliefern, denn es wird der Mittelwert berücksichtigt. Hier konnte ihr keiner das Wasser reichen, sie gewann souverän die Gerätewertung. Ohne den Sturz am letzten Gerät, dem Boden, wäre auch in der Einzelwertung das Treppchen drin gewesen, so wurde sie immerhin noch Fünfte. Yasmine Charfi konnte nicht ganz ihre Leistungen abrufen, es fehlten besonders am Barren und Boden wichtige Anforderungen um in der Einzelwertung ganz vorne dabei zu sein. Für die Teamwertung war ihre Leistung aber entscheiden wichtig, denn so war der Silberrang nach dem Startgemeinschaft Köln/Düsseldorf sicher. Landestrainer Peter Werner, der neben Caroline Nolte und Violetta Jakovcevic beide Teams betreute, äußerte sich auch zufrieden am Ende des Tages: „Das haben sich die Mädels absolut verdient, sie haben so fleißig trainiert.“

Auch Anna Albrecht darf auf eine Einladung zum DTB Kadertest hoffen und wird hier nochmal alles geben, um vielleicht den Sprung in einen Bundeskader zu schaffen.

Fotos: Carolin Nolte


Talentsichtung im Hannover

Der NTB sucht in Kooperation mit dem VfL Eintracht junge, talentierte und turnbegeisterte Mädchen im Alter von 5 und 6 Jahren, die unter der Leitung eines erfahrenen Trainerteams an den Leistungssport herangeführt werden wollen. Am Sichtungstag absolvieren die Kinder ein kleines Stationstraining. Pro Gruppe planen wir mit einer etwa 90minütigen Dauer. Die Nominierungen für die Talentgruppe geben wir in der Folgewoche bekannt. 

Termin:11. September 2021, 10 und 12 Uhr

Ort:   Turn-Zentrum Hannover Badenstedt, Salzhemmendorfer Str. 12

Die Kinder erhalten ein zweimaliges Training á 1,5 Stunden im Turnzentrum Hannover Badenstedt. Das Trainerteam setzt sich dabei aus erfahrenen Trainerinnen und Trainern des NTB und jungen engagierten Trainerinnen und Trainern des VfL zusammen. Die Finanzierung erfolgt neben dem Vereinsbeitrag auch über einen Zusatzbeitrag.

Wer keine Aufnahme in die Talentgruppe findet, bekommt die Möglichkeit, in der Breitensportgruppe des VfL oder einem anderen Verein zu turnen.

Kontakt: Fragen zur Sichtungsveranstaltung bitte an:

ann-kathrin.moxter@ntbwelt.de, (0511) 98097-66


Im Vorfeld der im September anstehenden Kreisfachwartetagung, die mit Wahlen von einigen Fachausschuss-Mitgliedern einhergeht, wollen wir, der Fachausschuss, uns euch mal ganz persönlich vorstellen. Die Reihenfolge der kurzen Steckbriefe ist spontan gewählt. Viele Spass.

Fachausschuss Gerätturnen Frauen

Jan Janocha

Genauso wie Franziska stellt sich Jan als neues Mitglied des Fachausschusses zur Wahl.

Jan Janocha wohnt mit seiner Familie in Stuhr/Moordeich und ist im richtigen Leben Fluglotse in Bremen.

Er selbst hat in seiner Kindheit 10 Jahre lang geturnt. Durch seinen Sohn, der sogar im Landeskader ist, hat er den Weg zurück zum Turnen gefunden, allerdings als Trainer. Erst in Oldenburg unterstützt er derzeit die Trainer im Hannoverschen Leistungszentrum.

Dem nicht genug, möchte sich Jan auch im Gerätturnen weiblich engagieren und irgendwann mal die Kampfrichterlizenz erwerben. „Weil es mich einfach interessiert,“ begründet Jan sein Interesse.

Und mit diesem Blick über den Tellerrand möchte sich Jan auch im Fachausschuss engagieren.

Neben dem täglichen Taxidienst für seinen Sohn nach Hannover verbleibt aktuell kaum Zeit mehr für ein weiteres Hobby, in einer ruhigen Minute hört er Musik oder liest gerne.

Fachausschuss Gerätturnen Frauen

Franziska Roeder

Im letzten Jahr haben wir Franziska Roeder bereits als Mitglied der KTG Bundesligamannschaft vorgestellt. Nun möchte sie sich neben ihrem Masterstudium der Biochemie im Fachausschuss engagieren. Sie stellt sich am 04. September in der Kreisfachwarte-Sitzung zur Wahl.

Ihre turnerische Laufbahn kann man weiter unten nachverfolgen und sie ist damit noch nicht am Ende. In Kürze startet (hoffentlich) die Bundesliga. Neben der aktiven Karriere hat sie 2013 die Kampfrichter- und 2014 die Trainerlizenzen erworben und unterstützt ihren Verein, den VfL Eintracht Hannover damit.

Für weitere Hobbys bleibt Franziska da keine Zeit mehr.

Ihre Intention, im Fachausschuss mitzuarbeiten sieht Franziska darin, dass damit auch aktive Turnerinnen vertreten sind und sie ihre Erfahrungen einbringen kann.

Fachausschuss Gerätturnen Frauen

Katrin Hoffmann - Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit

Die Quereinsteigerin im Fachausschuss wohnt in Peine. Seit der Geburt ihrer Tochter ist die gelernte Bankerin in Teilzeit als Büroangestellte tätig. Den nebenberuflichen Zweig als freie Fotografin und Journalistin baut Katrin nach der Coronapause gerade wieder aus.

Selbst hat sie als 6jährige mit Rhythmischer Sportgymnastik angefangen und bis ins Jugendalter auf Landesebene durchgezogen, kleine Abstecher führten zur Sportakrobatik und zum Jazzdance.

Auch sie ist durch die Tochter zum Turnen gekommen, hilft ohne Trainerschein gerne, wo Not am Mann ist und berichtet seit vielen Jahren in der örtlichen Presse über Turnereignisse.

Letzteres war auch der Grund, weswegen sie 2018 für den Posten Öffentlichkeitsarbeit vorgeschlagen wurde. „Mir macht es Spaß, über die Besonderheiten dieser anspruchsvollen und schönen Sportart zu berichten. Und jede Zeile oder jedes Foto, was in der Zeitung erscheint, hilft, das Turnen in der Öffentlichkeit ein wenig präsenter zu machen,“ nennt Katrin die Intention ihrer Mitarbeit im Fachausschuss. Auch die Möglichkeiten, Einfluss auf die Prozesse im niedersächsischen Turnsport zu nehmen, waren ein Grund dafür: „Manchmal ist es gut, wenn jemand von außen kommt und die Abläufe hinterfragt.“

Entspannen kann Katrin am besten beim Laufen. Auch braucht der junge Hund, der das Familienleben wieder bereichert, viel Aufmerksamkeit.

Für die nächsten fünf Jahre hat sich Katrin vorgenommen, dass Wettkämpfe im Gerätturnen zu sportlichen Events werden, die Turnerinnen angefeuert und gefeiert werden, so wie sie es verdient haben. Das zieht dann auch das Interesse der örtlichen Presse nach sich, was wiederum die Vereine in eine bessere Position bei einer Sponsorensuche bringt. Der Trainerjob sollte finanziell und ideell mehr Anerkennung erfahren, so dass hier das Nachwuchsproblem gelöst wird. Mindestens in jedem Turnbezirk soll eine TTS oder Turnschule etabliert sein, damit alle Talente, unabhängig von Wohnort und Mobilität der Eltern, gefördert werden können.

Fachausschuss Gerätturnen Frauen

Annett Balzer – Fachwartin

Unsere Vorsitzende ist hauptberuflich Gymnasial- und Realschullehrerin und nebenberuflich leitet sie die Turntalentschule Schladen.

Seit 1993 ist Annett Balzer Trainerin für Leistungsturnen weiblich im MTV Jahn Schladen. Als Kampfrichterin ist sie derzeit nicht mehr aktiv.

Mit dem Turnen begann sie bereits mit 5 Jahren im Trainingszentrum Lauchhammer. Der nächste Schritt im DDR-Spitzensport, der Wechsel zur Kinder- und Jugendsportschule Dresden, lehnten die Eltern aufgrund des notwendigen Internat Aufenthalts ab. Weitere Sportliche Erfahrungen machte Annett mit Akrobatik und Show im In- und Ausland. Das Studium an der DHfK Leipzig mit Schwerpunkt Gerätturnen weiblich besiegelte ihren weiteren Lebensweg im Sport.

Abschalten kann Annett am besten beim Reisen, Lesen oder Badminton spielen.

Im Fachausschuss hatte sie bereits die Posten für Aus- und Fortbildung sowie der Nachwuchsbeauftragten innegehabt, bevor sie den Vorsitz übernahm.

Fünf Gründe gibt es für Annetts Engagement: „Ich möchte den schönsten Sport der Welt beleben und in ein positives Licht rücken;

für diesen Sport Begeisterung bei Jung und Alt wecken;

für alle leidenschaftlichen Turnerinnen den Weg zu den kleinen und auch großen Erfolgen ebnen;

zeigen, dass man mit dem Glauben an sich, den unbedingten Willen und viel Fleiß immer gewinnt! – selten Olympiagold, aber immer Zufriedenheit und ein Leuchten in den Augen.“

Und ein Grund darf nicht fehlen: „…weil ich tolle Mitarbeiter habe, auf die ich mich zu 100% verlassen kann.“

Für die nächsten 5 Jahre hat sie sich vorgenommen, dass flächendeckend in Niedersachsen alle turnbegeisterten Vereine das neue AK-Programm verfolgen. Zwischen den Vereinen wünscht sie sich eine gesunde Konkurrenz und dass Talente gemeinsam gefördert werden.

Fachausschuss Gerätturnen weiblich

Andrea Boroske - Beauftragte für Kampfrichterwesen

Andrea lebt in Burgdorf. Die gelernte Bankfachwirtin ist seit der Geburt der Kinder ausschließlich als Trainerin Gerätturnen beim TSV Burgdorf tätig.

Im Alter von 9 Jahren machte Andrea erstmalig Bekanntschaft mit dem Turnen. „Kinder aus der Nachbarschaft haben mich damals mitgenommen. Anfangs nahm ich an Pflicht- und zum Schluss auch an Kürwettkämpfen teil.“

Bereits seit 1984 ist sie als Kampfrichterin aktiv, seit 1990 auch als Trainerin.

Den Fachausschuss für Gerätturnen bereichert Andrea mit ihren langjährigen Erfahrungen seit 2017. Ausserdem unterstützt und gestaltet sie das Turnen in Niedersachsen durch ihre Mitarbeit in verschiedenen Ausschüssen und Arbeitsgruppen mit. „Es macht mir Spaß, mein Wissen in Lehrgängen und Schulungen weiterzugeben.“ So hat sie zum Beispiel auch in Coronazeiten Wege gefunden, online-Weiterbildungen für KampfrichterInnen anzubieten.

In ihrer Freizeit stehen Lesen und Reisen auf der Agenda und regelmäßig betreibt sie Ballett.

Für die nächsten 5 Jahre erhofft sich Andrea: „Ich würde mich freuen, wenn wir es im NTB durch Änderungen im AK-Programm schaffen, mehrere Turnerinnen/Vereine für diese Wettkampfform zu begeistern und somit mehr Talente finden, die wiederum Bundeskaderplätze erreichen können.“ Desweiterhin möchte sie viele junge KampfrichterInnen ausbilden, die durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit das Turnen unterstützen.

Fachausschuss Gerätturnen weiblich

Friederike Langer - Beauftragte für Aus- und Fortbildung

Friederike wohnt in Schneverdingen und arbeitet als Dialysefachschwester in Lüneburg.

Mit dem Gerätturnen kam sie nach dem Schulsport erst 1993 wieder aktiv in Berührung. Wie häufig finden die Mütter durch die turnbegeisterten Töchter den Weg zu Trainer- und Kampfrichterkarrieren. So war es auch bei Friederike, die sich im TV Jahn Schneverdingen zuerst als Trainerin engagierte und seit 1994 als Kampfrichterin für den weiblichen Bereich und seit 2002 auch für die Turner tätig ist.

Ihre eigene sportliche Betätigung lag zuvor eher auf dem Wasser: Hochseesegelregatten waren ihr Ding.

Als Bezirksfachwartin des Turnbezirks Lüneburg und als Wettkampfleitung unterstützt Friederike seit 2004 den Landesfachausschuss Gerätturnen weiblich. Seit 2010 ist sie dazu als Beauftragte für Ausbildung (Trainer C Leistungssport) und seit 2016 auch als Beauftragte für Fortbildung festes Mitglied im Fachausschuss.

Nach dem Warum gefragt, antwortet Friederike: „Weil ich gerne bei den Wettkämpfen mitarbeite und jungen Menschen den Sport Gerätturnen nahe bringen möchte. Veränderungen in der Struktur des Leistungssportes, wie auch die Wettkampfinhalten (zum Beispiel der AK-Bereich/ neues Wettkampf-Programm) möchte ich gerne mitgestalten.“

Falls Friederike neben den vielen Aufgaben noch Zeit für ganz Privates findet, geht sie gerne mit dem Haflinger ihrer Tochter reiten oder fährt mit dem Wohnwagen campen.

In den nächsten 5 Jahren möchte Friederike den Stellenwert des Leistungsturnens positiv den Kindern/Jugendlichen und auch den Eltern zu vermitteln. Durch die Weiterentwicklung des AK-Programmes in Niedersachsen möchte sie viele neue Gesichter im Leistungsbereich finden und ihnen vermitteln, dass dieser Sport viel Spaß und Freude, wie auch Zufriedenheit geben kann.


Feline Jerominski dominiert stark besetzte Landesmeisterschaften in der AK8

22 Turnerinnen gingen an den Start, aber die Leistungsunterschiede waren enorm. Kein Wunder nach einem Jahr voller Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie. Die Trainingsausfälle dauerten zum Teil monatelang, die letzten waren gerade mal vier Wochen vor dem Wettkampf in den Trainingsbetrieb zurückgekehrt.

Feline Jerominski vom MTV Jahn Schladen hatte eher Glück mit der Wettkampfvorbereitung: „Wir hatten viele Unterstützer in der Gemeinde, so konnten mit kurzer Unterbrechung zumindest die Kaderturnerinnen dreimal in der Woche trainieren,“ berichtet Trainerin Annett Balzer. Von dem eingeschränkten Wettkampfprogramm, was auf Choreografien und Verbindungen weitestgehend verzichtete, zeigte sie die Elemente annähernd fehlerfrei. Sogar die Kippe am Stufenbarren, ein Bonuselement, klappte einwandfrei. Am Ende holte Feline die höchste Wertung an jedem Gerät und mit 15 Punkten Vorsprung den Meistertitel. Silber ging an Nele Lüders vom MTV Groß Buchholz und Bronze an Tessa Möhle vom TSV Vordorf.

Die Platzierten vom 2. bis 8. Rang lagen relativ dicht beieinander. Erfreulich ist zudem, dass trotz des schwierigen Jahres auch durchaus Vereine angetreten sind, die nicht oder selten in den Kaderlisten auftauchen. Das lässt für die Zukunft des olympischen Spitzensports in Niedersachsen hoffen.


Landesentscheid TTS-Pokal und Landesmeisterschaft AK11

Übersichtlich – mit diesem Wort lässt sich der Wettkampftag im Badenstedter Leistungszentrum wohl am besten beschreiben. Das Pandemiejahr 2020 hat dem eh schon sehr geschwächten Spitzensportnachwuchs in Niedersachsen nochmal einen Knick nach unten gegeben. Größtes Handicap war wohl auch der lange Trainingsausfall bzw. verringerten Trainingszeiten, die zum Teil auch die Kaderathletinnen traf. 

In der AK9 schickten die TTS Hannover und die TTS Langenhagen jeweils 3 Turnerinnen ins Rennen. Für die neu gegründete TTS Nordheide unter dem Dach von Blau-Weiss Buchholz ging Riona Cynbal als Einzelstarterin in den Wettkampf.

Leider konnten die Turnerinnen nur am Sprung die Anforderungen der AK9 erfüllen, zum Teil aber mit großem Fehlerabzug. Beste Turnerin war Lilly Sophie Heilandt von der TTS Langenhagen, die mit 46,5 Punkten das beste Einzelergebnis erturnte. In der Mannschaftswertung siegte die TTS Hannover knapp vor Langenhagen.

Einen Lichtblick gab es im Wettkampf der AK10, auch wenn hier nur ein Team antrat. Die kleine motivierte Truppe von Carolin Nolte, zu der auch Einzelturnerin Gretha Lüddecke gehört, trat für die TTS Hannover an. Feline Voges von der TTS Nordheide trat ebenfalls als Einzelturnerin an.

Beeindruckend lieferten sich Anni Sohnsmeyer und Savannah Liazeed ein Kopf-an-Kopf-Rennen auf hohem Niveau. Am Sprung beide gleichauf, konnte Anni am Stufenbarren ihre Übung mit freier Felge und Riesen fast fehlerfrei durchturnen, Savannah musste leider nach dem Aufhocken das Gerät verlassen. Dafür punktete sie am Balken mit einer beeindruckenden Sicherheit. Überschlag, Bodengang-Menicelli, Flickflack – alles kein Problem. Am Boden waren die beiden Mädchen wieder gleichauf und im Endergebnis lag Anni 0,07 Punkte vor Savannah. Die dritte im Bunde hatte leider etwas mehr Pech, aber grundsätzlich steht sie den beiden nicht nach. Hier geht sicher ein hoffnungsvolles Team in den Bundeswettkampf.

In der AK11 gab es durch verletzungsbedingte Ausfälle nur eine Turnerin. Yasmin Charfi vom MTV Jahn Schladen kämpfte deswegen nicht minder um die Punkte. Am Sprung und Stufenbarren gelang ihr das schon richtig gut. Auch am Balken und Boden hat sie super abgeliefert, ein paar Fehler zogen höhere Abzüge nach sich. Hier kann sie bis zum Bundeswettkampf am 27.06.21 in Dortmund noch ein wenig verbessern, denn die Qualipunkte für den Kaderturncup hat sie mit 62,825 Punkten locker gerissen.

An diesem Tag geht es auch für die Teams der AK9 und 10 um den TTS-Pokal.


Finals 2021 - Deutsche Meisterschaften in Dortmund

Karina Schönmaier krönt ihr DM Debüt mit Bronze

Nach ihrem überraschenden Sieg bei den Deutschen Jugendmeisterschaften der AK15 im Herbst macht Karina Schönmaier von Blau-Weiss Buchholz mit einer Bronzemedaille im Sprungfinale der Deutschen Meisterschaften auf sich aufmerksam.

Drei Turnerinnen aus Niedersachsen hatten sich zu den Deutschen Meisterschaften in Dortmund qualifiziert. Neben den Routiniers Franziska Roeder und Finja Säfken vom VfL Eintracht Hannover trat die 16jährige Karina Schönmaier mit an.

Ehrfürchtig ging die Debütantin in ihren ersten Wettkampf bei den „Großen“, schließlich waren alle dabei, die in Deutschland Rang und Namen haben: Elisabeth Seitz, Titelverteidigerin Sarah Voss …

Und vieles war besonders für sie anders: Wettkampf auf dem Podium, die riesige Westfalenhalle mit den leeren Zuschauerrängen und alles unter den Augen der Bundestrainerin Ulla Koch und Bundesnachwuchstrainerin Claudia Schunk.

Erstes Gerät für die drei – der Schwebebalken. Sofort musste alles von Anfang an auf den Punkt stimmen, denn der 10cm breite Balken verzeiht keine Fehler. Unsicherheiten bei den Athletinnen blieben leider nicht aus. Finja und Franzi mussten zwischendurch das Gerät verlassen, bei Karina wurden Verbindungen aberkannt, was schon den Ausgangswert schmälerte. Am Boden turnten die beiden Hannoveranerinnen souverän durch und konnten ihre Qualifikationsleistung bestätigen. Auch Trainerin Annette Lefebre zeigte sich zufrieden mit den beiden. Karina hat noch mal eine Schippe draufgelegt, an Schwierigkeiten und an exakter Ausführung und landete mit 12,50 Punkten unter den Top10 am Boden.

Am Sprung zeigte Franziska einen guten Tsukahara gebückt, Finja turnte ihn in gestreckter Ausführung, beide in den sicheren Stand. Ein Sprung reichte für die Mehrkampfwertung. Einen zweiten Sprung aus einer anderen Wertungsgruppe zeigte nur Karina und qualifizierte sich damit für das Gerätefinale.

Zum Schluss ging es für die Riege an den Stufenbarren und man merkte den bisher kräftezehrenden Wettkampf. Leider mussten Finja und Franzi einen Sturz in Kauf nehmen, schade, denn beide zeigten sehr schöne Flugelemente. Karina konnte ihr Programm durchziehen, zeigte nun auch die Verbindung Tkatchev-Pak und sicherte sich damit wichtige Punkte für die Mehrkampfwertung. Am Ende stand für Karina Platz 14 auf dem Tableau, Franziska Roeder kam auf den 19. und Finja Säfken auf den 23. Rang.

Bis zum Sprungfinale zwei Tage später konnte Karina nun nochmal durchatmen. Überraschend hatten sich nur 5 Turnerinnen überhaupt mit einem zweiten Sprung für das Finale angeboten. Die Schwierigkeit liegt hier weniger darin, einen Sprung mit hoher Wertung abzuliefern, sondern einen Sprung aus einer anderen Sprunggruppe mit unterschiedlichen zweiten Flugphasen überhaupt wettkampfreif abzuliefern. Denn es geht der Mittelwert aus beiden Sprüngen in die Wertung.

Und mal wieder war Karina die Ruhe selbst, zumindest im Wettkampf, beim Einturnen sah es nicht nach einem Treppchenplatz  aus. „Das sie beim Einturnen auf dem Hintern landet ist noch nie passiert,“ sah Trainerin Katharina Kort skeptisch ins Wettkampfgeschehen. Offensichtlich konnte Karina aber den Hebel gut umlegen, zeigte erst den Überschlag-Salto mit halber Drehung und dann den Tsukahara gebückt konzentriert und in den sauberen Stand und sicherte sich damit souverän die Bronzemedaille. Bei der Siegerehrung waren nun die „großen“ Turnerinnen, Deutschlands Elite, nicht mehr weit weg, sondern Sarah Voss stand als Siegerin direkt neben Karina.

Mit ihrer Leistung beeindruckte die junge Turnerin nicht nur die Buchholzer und Bremer Medien, sondern zog auch die Aufmerksamkeit der Bundestrainerinnen auf sich. Katharina Kort: „Karina ist als Ersatz für die Olympiaqualifikation im Gespräch, das ist schon eine tolle Anerkennung, auch wenn wir uns keine Hoffnung machen. Aber vielleicht kann sie ihren Traum von Olympia 2024 ja tatsächlich erfüllen.


Einladung vom Hessischen Turnverband zu E-Tournaments

Der hessische Turnverband veranstaltet ab Ende April E-Tournaments für AK-Turnerinnen und Turner und lädt alle Interessierten ein mitzumachen. Und wie bei richtigen Wettkämpfen werden auch Kampfrichter gebraucht. Alle Infos in den folgenden Ausschreibungen:


LANDESMEISTERSCHAFTEN AK12+ AM 27.03.2021 IN HANNOVER

Miriam Heene gewinnt den Wettkampf der Kür-Debütantinnen

Bei den Niedersächsischen Landesmeisterschaften im Gerätturnen ergattern fast alle Turnerinnen ein Ticket zu den Deutschen Meisterschaften / Jugendmeisterschaften in Leipzig.

In ungewöhnlicher Wettkampf-Atmosphäre wurden die Meisterschaften in der 1800 Quartratmeter großen Halle des Hannoverschen Turnzentrums durchgeführt. Maximal 5 Turnerinnen waren in einem Durchgang, denn es durften nur 14 Personen gleichzeitig in die Halle, mit negativen Corona-Test. Eltern und Fans waren über zwei Zoom-Meetings dazu geschaltet. Corona macht erfinderisch.

Die meisten Turnerinnen trainieren tagtäglich in dieser Halle und damit war die Umgebung vertrauter als das heimische Wohnzimmer, doch der Wettkampfnervosität trat dieser Umstand leider nicht entgegen.

Gleich bei den Jüngsten in der AK12 gab es zum Landesmeistertitel noch ein DJM Ticket on top. Am Sprung zeigte Miriam Heene (MTV Wolfenbüttel) einen Tsukahara, als einzige ihrer Altersklasse, und sicherte sich mit insgesamt 42,05 Punkten den Start-Ziel-Sieg. Knapp dahinter Juli Fleur Fiedrich (VfL Eintracht Hannover) und Sophia Kratochwille vom TC Arnum auf den Plätzen 2 und 3 und ebenfalls einer Qualifikation zu den DJM.

Einen größeren Leistungsunterschied gab es in der AK13, den Alina Schindler vom TSV Ehmen mit 39,45 Punkten und mit deutlichem Vorsprung vor Laura Hagemann für sich entschied. Die meisten Punkte holte sie ebenfalls am Sprung mit einem Tsukahara.

Bei den 14jährigen trat ein vertrautes Trio im Kampf um Titel und Quali an. Allerdings mit sehr unterschiedlichen Ausgangssituationen. Die für den MTV Jahn Schladen startende Sarah Heinemann und ihre Vordorfer Traininingskameradin Anna Carolina Wolpers konnten ihr Trainingspensum fast durchgehend aufrecht halten. Doch Wettkampf ist kein Training – das war deutlich sichtbar, beide zeigten Unsicherheiten. Am Ende entschieden die höheren Ausgangswerte, also schwierigeren Übungen von Anna Carolina Wolpers, die u. a. schon einen Doppelsalto am Boden zeigte, über den Sieg. Der Vizelandestitel ging nach Schladen. Yella Wagenschein (MTV Wolfenbüttel) kämpfte im wahrsten Sinne des Wortes und turnte tatsächlich zum ersten Mal ihre Barrenübung durch. Den nach der freien Felge drohenden Absteiger konnte sie nur mit viel Mühe und Anfeuerungsrufen vermeiden. In den folgenden Übungen am Balken und Boden war dann die Anspannung weg und am Ende reichte es sogar für die Qualifikation zur DJM und ein Strahlen bei allen drei Wettkämpferinnen.

Im letzten Durchgang, der Meisterklasse, trat die Konkurrenz von Elisabeth Seitz und Co. an. Neu in dieser Riege war Karina Schönmaier (Blau-Weiss Buchholz), die im Vorjahr Deutsche Jugendmeisterin in der AK15 wurde. Und sie mischte das vertraute Feld ordentlich auf. Ein Absteiger am Stufenbarren kostete ihr am Ende den Sieg. Den hatte sich dann Franziska Roeder vom VfL Eintracht Hannover mit einer eindrucksvollen und sicheren Flugschow an den Barrenholmen gesichert.

Eine Punktlandung schafften Finja Säfken (VfL Eintracht Hannover) und Alina Heinmann (MTV Jahn Schladen), die beide mit 45,25 Punkten knapp die Qualigrenze rissen siche den dritten Rang teilten. Für Alina Heinemann steht dennoch die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften im Mai in Leipzig auf der Kippe: „Ich weiß es echt noch nicht. Einen Tag nach der DM schreibe ich eine Abiklausur und das ist mir im Moment einfach wichtiger. Dafür habe ich auch mein Trainingspensum reduziert.“

Als Kampfrichter unterstützten die Wettkämpfe: Andrea Boroske, Verena Mielke, Pamela Glüsing, Uta Breuning und Sarah Drasdo.

Katrin Hoffmann


Unterstützung zur Umsetzung der Individualsportmöglichkeiten

Die Niedersächsische Coronaornung lässt seit den Einschränkungen im November die Möglichkeit des Individualsports in den Sporthallen zu. Nähere Erläuterungen dazu findet man auf den FAQ-Seiten der Landesregierung. Da viele Städte und Gemeinden trotzdem die Sporthallen komplett geschlossen halten unterstützt der NTB die betroffenen Vereine mit einem Appell an den Niedersächsischen Städtetag sowie Landkreistag. Als Argumentationshilfe vor Ort gibt es hier ein Musterschreiben, welches ihr für euren Verein anpassen könnt:


Ein Steckbrief - Karina Schönmaier

Geboren am 04.08.2005,

wohnt in Bremen,

turnt für den TuS Huchting und Blau Weiß Buchholz,

Lieblingsgerät: Stufenbarren.

Früh übt sich - getreu diesem Motto begann Karina bereits mit 4 Jahren ihre sportliche Laufbahn mit Tanzen. Nach einem Schnuppertraining bei den Gerätturnerinnen des TuS Huchting im Jahr 2010 begann ihre steile Turnkarriere.

Seit der AK7 wird sie im Landeskader geführt, zwischenzeitlich war sie zwei Jahre im Bundeskader. 2019 sowie gerade jetzt hat sie die Kaderpunkte nur haarscharf verpasst.

Zu den vielen Landestiteln reihen sich trotz ihres jungen Alters bereits viele Erfolge auf Bundesebene:

  • 2016 Siegerin im Bärchen Pokal,
  • 2019 6. Platz DJM und 2. am Sprung,
  • 2020 DJM, Mehrkampf AK 15 Deutsche Meisterin, 3. am Sprung, 2. am Boden, 1. am Balken.

Letzteres ist auch für Karina der bisher größte Erfolg.

Neben den sportlichen Herausforderungen ist für Karina, wie für die meisten Spitzenturnerinnen aus Niedersachsen, täglich Schule und Sport unter einen Hut zu bringen. Karina besucht zwar die Sportschule in Bremen, die ihr genügend Trainingszeit einräumt, nimmt aber dafür täglich eine Stunde Fahrzeit zur Schule und nach Hause in Kauf.

Als einzige AK15 Turnerin in Huchting muss sie die Disziplin behalten, um weiter nach oben zu schauen, da sie hier keine Konkurrenz bzw. Mitstreiterin hat, mit der sie sich im Training messen kann. Zum Training in Buchholz oder auch ins Leistungszentrum Hannover nimmt sie ebenfalls viel Fahrzeit in Kauf.

Für das nächste Jahr hat sich Karina hohe Ziele gesetzt:

Diesmal steht aber die Schule vorne an: der Schulstoff muss auf Vordermann gebracht werden. Trotz der aktuellen Einschränkungen möchte sie sich bestmöglich auf ihre ersten Deutschen Meisterschaften bei den Seniorinnen vorbereiten und auch den Bundeskaderstatus hat sie weiter im Blick.

So klar wie für das nächste Jahr sind die Planungen für die nächsten fünf Jahre noch nicht. Eines steht aber für Karina neben dem Turnen noch im Vordergrund: ein ordentlicher Schulabschluss. Dafür geht auch dann die verbleibende Freizeit drauf und wenn dann noch Zeit ist, schaut sie gerne Netflix oder unternimmt gerne was mit Freunden und Familie. Wie wichtig ihr ihre Familie ist beweist auch der bisher vermiedene Wechsel zu einem Bundesstützpunkt.


Karina Schönmaier wird Deutsche Jugendmeisterin

Ein Interview

Der Sturm um die frisch gebackene Deutsche Meisterin Karina Schönmaier hat sich gelegt. In einem Interview erzählen sie und ihre Trainerin Katharina Kort, wie sie den Wettkampf unter diesen besonderen Bedingungen erlebt haben.

NTB: Natürlich erstmal herzlichen Glückwunsch zu einem sensationellen Wettkampf. Was habt ihr gemacht, um trotz der diesjährigen Einschränkungen dermaßen gut vorbeireitet in diesen Wettkampf gehen zu können?

Katharina: „Karina hat erstmal eigenständig sehr viel Aufbautraining alleine, bzw. mit ihrer Mutter absolviert. Und wenn ich dann in der Halle war, haben wir an den Geräten trainiert. Karina besucht die Sportschule in Bremen und hat dreimal in der Woche vormittags Kadertraining. Das decke ich in der vereinseigenen Halle mit ihr zusammen ab. Am Nachmittag dann das normale Training in Huchting bzw. Buchholz.

NTB: Das sich das umfangreiche Training gelohnt hat, sah man an den vielen neuen Elemente in den Übungen.

Katharina dazu: „Am Barren hat sie nun wieder den Tkatchev drin, den hat sie schon mal vor einem Jahr geturnt.“ Karina: „Aber irgendwie lag er mir gar nicht.“ „Die Lösung: sie turnt ihn jetzt anders herum und dann soll der Pak direkt dran, um noch den D-D-Verbindungswert zu bekommen.“ „Am Balken ist der Seitwärtssalto neu und am Sprung turnte sie nun den Salto vorwärts gebückt.“

NTB: Und der neue Sprung katapultierte Karina in der Wertung von Anfang an nach vorne, quasi ein Start-Ziel-Sieg, denn sie führte bis auf eine Wertung die Tabelle vom ersten Gerät (Sprung) an. Wie war das für Karina, mit solchem Vorsprung in den Wettkampf zu starten?

Karina: „Wir haben das gar nicht so mitbekommen. Später im Wettkampf haben wir erst die Wertung gesehen und dass das der beste Sprung war.“

Katharina: „Die Anzeigetafel stand so weit weg, und die Abläufe waren so strukturiert, dass wir keine Zeit hatten, uns um Wertungen zu kümmern. Bis zum Schluss hatten wir das noch nicht ganz realisiert. Wir sind aus der Halle gegangen und haben immer noch gedacht, haben wir jetzt echt gewonnen?“

NTB: Karina, du hast den Titel für einen niedersächsischen Verein geholt, wohnst aber in Bremen. Schlagen da zwei Herzen in dir?

Karina: „Für mich ist es eigentlich egal, welcher Verein da steht, ich werde vom TuS Huchting und von Blau-Weiss Buchholz unterstützt.“ Katharina: „Ich bin bei beiden Vereinen als Trainerin tätig, von daher ist es egal. Vor den Corona-Maßnahmen hat Karina auch im niedersächsischen Leistungszentrum trainiert, von daher tritt sie auch gerne für den NTB im Wettkampf an. Der TuS Huchting als ihr Heimatverein hätte natürlich auch gerne die Publicity gehabt.“

Das Interview führte Katrin Hoffmann.

 


Erster Bundesligawettkampf nach 6monatiger Corona-Pause

TT Kiehn Group startet in Mannheim in der 2. Bundesliga

Unter strengen Auflagen wurde am 11. Oktober der zweite Wettkampftag der 2. Bundesliga Frauen in Mannheim durchgeführt. Die Staffel der acht Mannschaften wurde in zwei Wettkampfdurchgänge aufgeteilt, Zuschauer waren nicht zugelassen. Doch alleine waren wir dennoch nicht. Bereits auf dem Weg am Samstag nach Mannheim erreichten uns über Social Media Kanäle unsere Unterstützer und wünschten ihrer Mannschaft Glück und Zuversicht.

Sportdeutschland TV hatte zudem einen Livestream eingerichtet. Dieser wurde von Fans und Freunden intensiv genutzt. Das spornte unsere Mädchen an und machte ihnen Mut. Nach einer Wettkampfpause von sechs Monaten gingen wir als Team wieder selbstbewusst an die Geräte.

In Mannheim für das TurnTeam Kiehn Group Lüneburg-Buchholz am Start waren:
Mannschaftsführerin Lisa Unger, Karina Schönmaier, Mareen Jacobs, Kathi Richter (alle Blau-Weiss Buchholz), unsere Youngster Alina Schindler und Jasmin Fischer (TSV Ehmen und SC Langenhagen) und unser Neuzugang vom TSV Waging Sonja Fischer. Auf die Teilnahme unserer Freunde aus Kiew und Brno mussten wir in Corona-Zeiten leider verzichten.

Unser Einstiegsgerät war der Boden. Mareen Jacobs erhielt die schwere Aufgabe als erste Turnerin für uns in den Gesamtwettkampf zu starten. Sie meisterte diese Aufgabe hervorragend und stellte damit die Weichen. Mit einer Mannschaftswertung am Boden von 46,35 Punkten war unser Team das erfolgreichste in der zweiten Liga an diesem Gerät. Es turnten neben Mareen (10,95 Punkte), Lisa (10,70 Punkte), Karina 12,20 Punkte) und Sonja (12,50 Punkte). Am Sprung setzten wir unsere Erfolgsgeschichte fort: Kathi (11,60 Punkte), Mareen (12,15 Punkte), Karina (12,55 Punkte) und Sonja (12,85 Punkte) erzielten mit ihren Wertungen Platz 2 an diesem Gerät im Gesamtwettkampf. Der Barren ist leider schon traditionell unser Sorgenkind. Doch auch dort schlugen sich die Mädchen wacker und mit Platz vier im Gesamtklassement waren wir zufrieden. An unserem letzten Gerät, dem Schwebebalken verließ unsere Mädchen die Souveränität und sie zeigten Nerven. Unsere Balkenstarterinnen (Mareen, Jasmin, Karina und Sonja) verließen insgesamt sieben(!) Mal das Zittergerät und verloren damit wertvolle 7 Punkte.

Überglücklich waren wir am Ende aber dann doch. Zwar verhinderte unsere Balkendarbietung Platz zwei, aber auch Platz 3 im gesamten Starterfeld der 2. Bundesliga ist als großer Erfolg einzustufen!!!

An dieser Stelle möchten wir uns für die unglaubliche Unterstützung durch unsere Fans und Freunde bedanken. Uns haben so viele Glückwünsche nach dem Wettkampf erreicht! Das hat uns sehr beeindruckt.

Am 14. November werden wir in Dresden noch einmal alles geben.

Susanne Tidecks (TT Kiehn Group)


Ein Steckbrief - Anna Carolina Wolpers

Geboren am 15.12.2007,

wohnt in Neudorf-Platendorf im Landkreis Gifhorn,

turnt für den TSV Vordorf,

Lieblingsgerät: Balken.

Es begann im kleinen beschaulichen Neudorf-Platendorf, einem etwa 2.800 Einwohner zählenden Örtchen mit der längsten geraden Ortsdurchfahrt Niedersachsens. Hier begann Anna Carolina mit fast vier Jahren im heimischen Turn- und Sportverein beim Kinderturnen. 2015 nach ihrem Kreistitel ging dann alles schnell – Wechsel zum TSV Vordorf und damit fast einher ging es ins Leistungszentrum nach Hannover.

Zu ihren größten Erfolgen zählt Anna die Bronzemedaillen beim Pre Olympic Youth Cup 2019 und 2020. Über ihre Bundeskaderernennung berichteten wir bereits ausführlich.

Für Anna ist das Meistern des Tagesablaufes mit Schule und Training derzeit die größte Herausforderung. Das dürfte auch für die ganze Familie gelten, denn Anna besucht das Gymnasium in Gifhorn und pendelt täglich über eine Stunde zum Training nach Hannover-Badenstedt.

In einem Jahr möchte Anna ihren Bundeskaderstatus bestätigt haben und am besten eine Medaille bei den Deutschen Jugendmeisterschaften gewonnen haben. In fünf Jahren möchte sie Mitglied des Nationalteam sein.

Und falls dann neben Schule und 6mal wöchentlichem Training noch ein bisschen Zeit ist, verbringt sie diese mit ihren Freunden oder auf dem Trampolin im Garten. Ansonsten malt sie gerne und hört Musik.

Und so beschreiben ihre Teamkameradinnen Anna: nett, witzig, hilfsbereit und ehrgeizig.


Ein Steckbrief - Alina Heinemann

Geboren am 29.06.2002,

wohnt in Schulenrode im Landkreis Wolfenbüttel,

turnt für den MTV Jahn Schladen,

Lieblingsgerät: Balken.

Wie die meisten startete Alina ihre sportliche Karriere ganz klein beim Kinderturnen, im Nachbarort Destedt. Mit fünf Jahren ging es dann schon zum Gerätturnen und damit einher ging der erste Vereinswechsel ins nahegelegene Braunschweig, zum FC Rautheim.

Hier wurde der talentierten Sportlerin der Weg zur Turntalentschule des MTV Jahn Schladen gebahnt, 2010 folgte dann der Wechsel dorthin. Im nächsten Schritt: zusätzliches Training im Leistungszentrum Hannover-Badenstedt, wo sie seit 2013 ausschließlich trainiert und es zwischenzeitlich bis in den Bundeskader schaffte. Mittlerweile besucht die Landeskaderturnerin das Gymnasium Kleine Burg in Braunschweig und fährt, meistens per Mama-Taxi, manchmal auch per Zug, zum Training nach Hannover. Über eine Stunde ist sie dann pro Strecke unterwegs, oft genutzt für Hausaufgaben. Fahrgemeinschaften entlasten ab und an die Familie, die voll hinter dem aufwendigen Hobby der Töchter steht (Alinas kleine Schwester Sarah trainiert mittlerweile ebenfalls im Hannoverschen Leistungszentrum).

Seit diesem Sommer hat Alina mit dem Führerschein aber einen Schritt in Richtung Selbständigkeit geschafft und übernimmt dann auch mal das Taxi für die Mädels aus der Region.

Ihre größten Erfolge feierte Alina bei den Deutschen Jugendmeisterschaften: 2015 wurde sie 3. im Mehrkampf, Vizemeisterin am Stufenbarren und gehörte zu den sechs Besten am Balken. Ähnliche Erfolge feierte sie in den Folgejahren 2016 und 17. Ihr DM-Debüt gab Alina verletzungsbedingt dann erst 2019, wo sie den 16. Rang erreichte.

Ihre größte Herausforderung sieht Alina darin, jeden Tag ihre Leistungen aufs Neue abzurufen und „Elemente, vor denen man Respekt hat, täglich zu trainieren und sich immer wieder zu überwinden.“

Auch vor ihrem nächsten Ziel hat sie Respekt – das Abitur im nächsten Jahr. Nichts desto trotz möchte sie aber auch die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften 2021 in Leipzig schaffen. Erst danach macht sich Alina Gedanken über das, was vielleicht in fünf Jahren sein wird. Auf alle Fälle möchte sie dann immer noch in der Turnhalle stehen.

Wenn neben Schule, Training und Lernen noch ein bisschen Zeit ist, trifft sich Alina am liebsten mit Freunden oder genießt die Zeit mit ihrem Hund.

Von ihren Teamkameradinnen wird sie als besonders elegante Turnerin und absolut pflichtbewusst geschätzt. Letzteres bewies sie einmal mehr, als sie sich im entscheidenden DTL-Wettkampf (Ende 2019 in Buchholz) in der ersten Akro am Boden schwer verletzte und die Übung trotzdem noch zu Ende turnte, um ihr Team vor massivem Punktverlust zu schützen.


Ein Steckbrief - Finja Säfken

Geboren am 13.06.1997,

wohnt in Hannover,

turnt für den VfL Eintracht Hannover,

Lieblingsgerät: Stufenbarren.

Auch Finja gehört zu den VfL- Eigengewächsen, die hier mit dem Kinderturnen ihre sportliche Karriere begannen. Für Fini, wie sie in Turnerkreisen nur genannt wird, war das 2001.

Dann dauerte es nicht lange bis sie 2004 ins Leistungszentrum Hannover-Badenstedt wechselte. Seit 2005 ist sie im Landeskader, dazwischen mehrere Jahre im Bundeskader. In diese Zeit fällt auch ihr größter Erfolg: Der Vizetitel am Stufenbarren bei den Deutschen Jugendmeisterschaften 2010. Die mehrfachen erfolgreichen Teilnahmen lässt sie bei der Aufzählung bescheiden aus. Ihre Bundesligalaufbahn beginnt sie 2012 mit der TS Großburgwedel. 2015 turnt sie das erste Mal mit der bundesdeutschen Spitze um den Deutschen Meistertitel. Seit dem Jahr ist sie auch fester Bestandteil des Feuerwerk der Turnkunst - Showteams.

Eine steile Karriere, die immer auch neben Schule und Studium bewältigt wurde. Finja steht für das Turnen, wie vielleicht keine andere. So wundert es auch nicht, dass sie ihre kaum vorhandene Freizeit auch noch in der Turnhalle verbringt. Als Trainerin und Kampfrichterin unterstützt sie aktiv die Nachwuchsarbeit.

Aktuell sieht sie ihre größte Herausforderung darin, gesund zu bleiben. Denn nachdem sie ihr Lehramtsstudium für Sport und Physik an der TU Hannover erfolgreich abgeschlossen hat, plant sie im Herbst ihr Masterstudium in Berlin zu beginnen. Auch da will sie dem Sport und der KTG treu bleiben. Auf alle Fälle möchte Finja bei den nächsten Deutschen Meisterschaften in Leipzig mit dabei sein.

Von ihren Taemkameradinnen wird sie besonders geschätzt, weil sie so zäh ist und ihre Leistungen auf den Punkt abrufen kann. „Nach vierwöchiger Feuerwerk-Tournee kommt sie zurück in die Halle und liefert ab, wofür wir die Zeit durchtrainiert haben.“


Ein Steckbrief - Franziska Roeder

Geboren am 01.07.1998,

wohnt in Hannover,

turnt für den VFL Eintracht Hannover.

Lieblingsgerät: Stufenbarren

Eigentlich hatte sie keine andere Chance, als Spitzenturnerin zu werden. Schon mit einem Jahr ging es mit Mama zum Mutter-Kind-Turnen. Nach den ersten Erfahrungen im Gerätturnen kam sie bereits mit 6 Jahren als Landeskader ins Leistungszentrum Hannover Badenstedt. Zwischenzeitlich wurde sie im Bundeskader geführt und trainiert bis heute ausschließlich im Leistungszentrum. Ein kleiner Ausflug in die Wettkampfaerobic krönte sie 2016 mit der Teilnahme an den Weltmeisterschaften, um dann anschließend wieder alle Zeit ins Gerätturnen zu stecken.

Zu ihren größten sportlichen Erfolgen zählt Franzi neben der WM-Teilnahme:

3. Platz Deutsche Jugendmeisterschaften 2011 (Mehrkampf)

Bundesligaaufstieg 2016+2020

Erfolgreiche Teilnahme DM 2019 (17. Mehrkampf, 9. Stufenbarren)

Deutsche Hochschulmeisterin 2019 Stufenbarren und Boden

Mit ihren gerade 22 Jahren, was sie selbst für ein fortgeschrittenes Alter für eine Turnerin hält, motiviert sich die Sportlerin immer neue und schwierigere Elemente zu lernen, um damit den Spaß am Turnen zu behalten. Für dieses Jahr hat sie sich den Schaposchnikova am Stufenbarren vorgenommen. Das Flugelement vom unteren zum oberen Holmen hat die Schwierigkeit D nach Code de Pointage. Und wenn sie mal nicht selber turnt, steht sie auf der Seite der Kampfrichter und unterstützt damit die Nachwuchsarbeit des VFL.

Aber Franzi hat auch noch ein Leben neben der Turnhalle: Sie studiert im Master Biochemie an der TU Hannover und testet derzeit nebenbei Schüler auf den Corona-Virus. Der Master-Abschluss steht im nächsten Jahr an. Und hier hat sie sich von der Nähe zu den Medizinstudenten beim Corona-Test inspirieren lassen. Es soll in Richtung Medizin gehen.

Sie ist ein tolles Beispiel, dass man es auch ohne Schulstreckung und Internat bis an die Bundesspitze schaffen kann. Abi nach 8 Jahren Gymnasium, 6 Semester Bachelor und jetzt der Master. Das ganze gespickt mit 6-mal Training in der Woche. Aber Franzi und auch die anderen Bundesligaturnerinnen haben sich sehr bewusst dafür entschieden.

Auf die Frage, wo sie sich in 5 Jahren sieht, stehen noch viele Fragezeichen. „Das weiß ich noch nicht genau. Vielleicht forsche ich nach einem Impfstoff gegen Corona oder stehe im Labor und kämpfe gegen Doping.“

Ihre Mitstreiterinnen schätzen an ihr, dass sie über ihre eigenen Grenzen hinaus geht und sich nie entmutigen lässt.


Unser Aushängeschild - 1. Bundesliga und was dahintersteckt

Gut gelaunt stehen mir die jungen Damen des 1. Bundesliga-Teams der KTG Hannover gegenüber. Und das nach einem langen Tag mit Schule oder Uni und einem 3,5stündigen Training im sonnengeheiztem Turnzentrum in Hannover Badenstedt.

Glücklich sind die vier vor allem, dass sie wieder in der Halle an den Geräten trainieren können. Wenn auch noch nicht alles wie vor Corona klappt, Franzis ernüchternde Einschätzung: „Am Stufenbarren war es besonders schwierig, gefühlt waren da ein paar Kilo zu viel an den Holmen. Mittlerweile klappen die einzelnen Teile wieder.“

Franzi, eigentlich Franziska Roeder ist mit Finja Säfken der harte Kern des Bundesliga-Teams, seit 2010, der Gründung mit dabei. Um die beiden drapieren sich immer wieder heimische Talente. Seit einigen Jahren Alina Heinemann, die elegante Balkenspezialistin und seit dieser Saison der Nachwuchsstar Anna Carolina Wolpers. Aber das ist personell zu wenig für die Bundesliga. Langjährige Verstärkung bekamen sie von den van Dijk-Schwestern. „Die beiden haben wir bei den Uni-Meisterschaften kennengelernt und gefragt, ob sie nicht in unser Team wollen,“ berichtet Fini. Im aktuellen Kader stehen noch Julia Recktenwald, Isabelle Marquard und Alina Stepanova.

Letztere wird zu den Wettkämpfen mit Trainerin aus Russland eingeflogen. Wo sich so mancher fragt: wer bezahlt das? Das zahlt die KTG, neben den vielen Beiträgen und Startgeldern, die in vierstelliger Höhe an die Deutsche Turn Liga (DTL) zu zahlen sind. Die finanzielle Situation beschreibt Stefan Roeder, ehrenamtlicher Manager der KTG, so: „Wir haben mit der Lotto Sport Stiftung einen zuverlässigen Sponsor und können damit die DTL- und Wettkampfgelder zahlen. Die ausländischen Turnerinnen erhalten obendrein einen Obolus. Damit ist aber das Geld auch alle. Damit unser Heimatverein, VfL Eintracht Hannover, nicht regelmäßig zuschießen muss, tragen Eltern der Turnerinnen zum Beispiel die Fahrkosten zu den Wettkämpfen.“ Schon verrückt, in anderen Sportarten verdienen die Sportler Geld, wenn sie in der Bundesliga starten, die Turnerinnen bringen eigenes mit, um sich den Traum zu erfüllen. „Die Suche nach weiteren Sponsoren war bisher erfolglos, was dieses Jahr nicht besser macht,“ ergänzt Stefan Roeder.

Was bringt es denn einem Verein, ein oder, wie die KTG, sogar zwei Teams in der Bundesliga starten zu lassen? „Wie kämpfen ständig um unser Image, mittlerweile sind wir in der Eintracht ein angesehener Zweig, und das nicht nur durch unsere Teilnahme bei den Turnshows. Für den Nachwuchs sind Fini und Franzi tolle Vorbilder aufgrund der turnerischen Leistung. Sie unterstützen auch die Breitensportwettkämpfe als Kampfrichterinnen und sind damit auch hier präsent,“ so Stefan Roeder weiter. Zumindest hier hat die Leistung der KTG Turnerinnen an der Bundesspitze ihre Wirkung auf den Heimatverein. Das ist aber nicht überall so. Leider kämpfen andere Trainer, die sich rastlos um die Nachwuchsarbeit kümmern und einen Landeskader nach dem anderen hervorbringen trotzdem um Anerkennung und Unterstützung innerhalb des Vereins. Die Sogwirkung für den Nachwuchs ist aber allemal enorm.

Die vier niedersächsischen Teammitglieder wissen, welches Privileg sie haben, im Turnzentrum Hannover trainieren zu können. Und so verbunden hatte keine von ihnen Ambitionen in Richtung Chemnitz oder Stuttgart zu gehen, wo die Bundesdeutsche Elite quasi hauptberuflich trainiert. Die Niedersächsinnen wollen das auch so schaffen, ohne Schulstreckung und neben dem Studium. Schon das verdient eine besondere Anerkennung, mit diesen Voraussetzungen gegen die Spitzensportler anzutreten. Und dass das in diesem Jahr nochmal passiert, darauf hoffen alle hier. Sie werden in diesem Jahr fast die einzigen Turnerinnen sein, die noch einen Wettkampf bestreiten dürfen. Wie wichtig das für die Motivation ist, bestätigt auch Trainerin Annette Lefebre. Neben der Bundesliga stehen auch noch die verschobenen Deutschen Meisterschaften und Jugendmeisterschaften auf dem Plan.

Katrin Hoffmann

Foto: C.Roeder


Kreatives Training unter Corona-Auflagen

Viele Trainer und Trainerinnen haben in den letzten Wochen echtes Organisationstalent bewiesen, denn Gerätetraining unter den strengen Abstands- und Hygieneauflagen ist schon fast ein Widerspruch. Erwärmung draußen, ständiges Desinfizieren, Mundschutz und immer auf Abstand – sind wohl die häufigsten Antworten auf die derzeitige Situation. Einige, die gar nicht in die Halle durften, hätten diese Probleme wiederum gerne.

Ein ausgeklügeltes Konzept kommt zum Beispiel beim TSV Vordorf zum Einsatz, denn schon die normalen Trainingsbedingungen für über 20 Turnerinnen in der kleinen Grundschulsporthalle sind alles andere als gut. So hat Trainerin Kim Ellmerich das für die Übergangszeit auf dem Sportplatz erarbeitete Konzept an die kleine Sporthalle angepasst. Und mittlerweile läuft das wie geschmiert: Nach Anmeldung werden fünf Gruppen für die Woche zusammengestellt. Kommen und Gehen zeitlich versetzt. Das eigentliche Training rotiert über fünf Stationen, Dehnung und Sprungkraft wird draußen geübt. Drinnen gehen drei Gruppen an die Geräte. Kontakte unter den Gruppen sind damit ausgeschlossen. Da ist viel Disziplin der Turnerinnen gefragt. Das scheint trotz oder gerade wegen der wochenlangen Trainingspause kein Problem zu sein, wie Kim Ellmerich berichtet: „Alle sind so froh überhaupt wieder gemeinsam trainieren zu können und sind mindestens genauso fleißig wie vor der Pause. Erstaunlicherweise klappten selbst schwierige Elemente nach kurzer Zeit schon wieder. “ Und woher nehmen nun alle den nötigen Ehrgeiz nach Absage sämtlicher Wettkämpfe dieses Jahr? „Wir haben mit jedem Mädchen die Ziele für das nächste Jahr festgelegt und hoffen, dass das Motivation genug ist.“


Was sind schon Geisterspiele gegen Geistertraining

Anna Carolina Wolpers, einzige Bundeskaderathletin, trainiert seit zwei Wochen alleine mit Landestrainer Peter Werner auf 1800 qm Trainingsfläche im NTB Leistungszentrum.

Viele Wochen war sie nach der coronabedingten Schließung der Sporthallen auf den heimischen Garten und die Sportgeräte der Physiopraxis ihrer Mutter angewiesen. So ging es bundesweit den Spitzensportlern bis dann in einigen Bundesländern Ausnahmen für Profi- und Spitzensportler zugelassen wurden. In Niedersachsen zählten die Nachwuchssportler nicht dazu. So dass Anna Carolina weiter zu Hause trainieren musste. Nach fast zwei Monaten hatte sich Bundestrainerin Claudia Schunk eingeschaltet und für die 12jährige eine Trainingsmöglichkeit in Mannheim organisiert. Ein Riesenaufwand für drei Tage, aber endlich wieder in der Halle stehen, freute sich die kleine Turnerin. Anschließend sollte sie nach Chemnitz, in die bekannte Talentschmiede von Gabi Frehse. Da wurden aber auch für Niedersachsen die Hallen für Bundeskader und Bundesligaathleten geöffnet. Riesenerleichterung nicht nur bei Anna, auch Peter Werner war ein bisschen erleichtert, auch wenn er sich mehr Turnerinnen in der Halle wünschte. „Wir haben hier eine der größten Gerätturnhalle Deutschlands und stehen hier nur zu weit, das ist schon paradox. Zumal in anderen Bundesländern auch die Landeskader trainieren dürfen.“

Einen positiven Aspekt sieht Peter Werner an der Pause für den gesamten Nachwuchs: „Wenn ich zu Hause so ackere wie Anna oder auch die anderen, dann ist da so viel Motivation dahinter. Als Trainer bekommst du Tränen in den Augen, denn das sind tolle Mädchen.“  

Wie viel Anna alleine zu Hause gemacht hat, sieht man beim Training, routiniert spult sie das Kraftprogramm ab, als hätte es keine Pause gegeben. Seit zwei Wochen steht sie wieder täglich 4 Stunden in der Halle. Aus der jetzigen Situation ziehen Trainer wie Turnerin auch viel Positives, so Peter Werner: „Da in absehbarer Zeit keine Wettkämpfe stattfinden, können wir uns intensiv mit einzelnen Elementen beschäftigen und perfektionieren.“ Gerade am Barren wollte die zierliche Anna Carolina einiges aufholen. „Die Drehungen am oberen und unteren Holmen funktionieren schon recht gut, eigentlich wollte ich bald mit dem Flugelement vom oberen zum unteren Holmen beginnen,“ berichtet sie.

Nach dem Kraftprogramm geht es für Anna aufs Trampolin – Schrauben. Erst einfach, dann doppelt und 2 1/2, bei der Dreifachschraube wird mir schwindlig. Anna landet sie alle auf den Punkt.

Ab Montag, 25.05 20 dürfen wieder alle in die Halle, natürlich mit entsprechenden Hygiene- und Abstandsregeln.

Und so wird diese Krise auch die Spreu vom Weizen trennen. Und das trifft nicht nur im Spitzen- sondern auch im Breitensport zu. Einige werden dem Sport den Rücken kehren, aber die, die es wirklich wollen, gehen gestärkt daraus hervor.

Katrin Hoffmann, 22.05,2020


20.04.20

Liebe Vereine!
Zu allererst hoffen wir, dass in euren Reihen alle gesund und munter sind und die bisherige Zeit mehr recht als schlecht überstanden haben.
Wenn auch seit heute die Regeln für die Eindämmung der Corona-Pandemie etwas gelockert wurden sind, die Sportministerien mit dem DOSB und dem DSB heute gemeinsam beraten wie der Sport wieder hochgefahren werden kann und die Bewegung im Freien bisher durchweg möglich war, so ist eine Rückkehr in das "alte" Training von Anfang März noch auf lange Zeit nicht absehbar. Und selbst wenn es jetzt wieder allmählich losgehen sollte, so stellt das Training und am Ende jegliche Veranstaltung eine immense Herausforderung um alle Beschränkungen und Regeln der öffentlichen Hand umzusetzen und einzuhalten. Auch ist eine so lange Trainingspause nur wieder zu kompensieren, wenn erstmal mit Aufbau- und Anschlusstraining begonnen wird und nicht mit Wettkampf.
Somit hat der Fachausschuss GT wbl gemeinsam mit den Bezirken beschlossen, dass die Wettkämpfe auf Landes-, wie auf Bezirksebene bis zu den Sommerferien ausfallen. Das betrifft einige Gerätefinals und Ligawettkämpfe in den Bezirken, sowie die Hinrunde der Landesligen. Da noch nicht absehbar ist, wie im Herbst Wettkämpfe möglich sind, und wenn, schon genug Termine anstehen, fallen diese Wettkämpfe auch ersatzlos aus.
Gleiches empfehlen wir auch den Turnkreisen.
Wie es anschließend nach den Sommerferien weitergeht, wird die Lage zeigen...diesbezüglich halten wir euch auch weiterhin auf dem laufenden.
Bleibt gesund, haltet durch und trotz allem...genießt den Frühling und den anstehenden Sommer.
Mit den besten Grüßen für den Fachausschuss,
Matthias

 


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